Hessischer Leguminosentag

Heimische Eiweißpflanzen sollen Futter-Favorit werden 

Erbsen unter strahlend blauem Himmel
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Erbsen unter strahlend blauem Himmel

Die hessische Initiative Gentechnikfreies Futter zieht Bilanz. Die Anbaufläche für Ackerbohnen, Erbsen und Sojabohnen legt in Hessen rasant zu, aber es gibt auch Dämpfer. 

„Unsere Hessische Initiative Gentechnikfreies Futter ist ein wesentlicher Baustein unseres Öko-Aktionsplans. Mit dieser Initiative verfolgen wir das Ziel, die Nutzung heimischer und in Hessen angebauter Futtermittel zu stärken und damit gleichzeitig die Soja-Importe zu verringern“, erklärte Staatssekretärin Dr. Beatrix Tappeser beim dritten Hessischen Leguminosentag auf dem Eichhof.

In den vergangenen Jahren sei schon ein deutlicher Anstieg der Anbaufläche im Land zu erkennen gewesen, so die Staatssekretärin. Der Anbau von Sojabohnen stieg nach ihren Ausfühurngen von rund 89 ha im Jahr 2013 auf 556 Hektar im Jahr 2017. Für Leguminosen insgesamt nahm die Anbaufläche von 3.463 ha im Jahr 2014 auf 9.368 ha im Jahr 2017 zu.

Die Branche rechne allerdings in Folge des Verbots der chemischen Pflanzenschutzmittelanwen­dung auf Greening-Flächen im kommenden Jahr mit einem Rückgang des Eiweißpflan­zenanbaus. Dennoch bleibe die Staatssekretärin für ihre Initiative Gentechnikfreies Futter optimistisch.

Verbot für Gentechnik
Im Juni 2014 hatte zudem das Hessische Kabinett entschieden, auf landeseigenen Flächen einen Anbau von gentechnisch veränderten Pflanzen oder eine Ausbringung von gentech­nisch veränderten Organismen zu untersagen. „Wir sind also auf einem konsequenten und guten Weg der gentechnikfreien Fütterung, und ich möchte alle landwirtschaftlichen Betriebe in Hessen ermuntern, uns auf diesem zu folgen und den Anbau heimischer Eiweißfutterpflanzen zu intensivieren. Denn heimische Eiweißpflanzen sind wichtige Bausteine für eine nachhaltige und regionale Nutztierfütterung und ermöglichen eine gentechnikfreie Fütterung“, erklärte Staatssekretärin Dr. Tappeser.

Im Zentrum der hessischen Initiative stehen weiterhin der verstärkte Anbau von Eiweißpflanzen wie Ackerbohnen, Erbsen und Sojabohnen, der effizientere Einsatz dieser pflanzlichen Erzeugnisse als Futtermittel in der Tierernährung, die Auflockerung der Frucht­folgen und die mögliche Reduzierung des Einsatzes von mineralischen Stickstoff-Düngemit­teln. „Es wird deutlich, dass Anbau und Nutzung sogenannter Eiweißpflanzen gleich mehrere Vorteile hat: Die Zwischenfrucht versorgt den Boden mit Nährstoffen, bindet Stickstoff und ersetzt importiertes Gensoja. Dazu passt auch das Motto des heutigen Leguminosentages: "Mehr Wertschöpfung mit Körnerleguminosen", so Tappeser.

Beratung und Förderung für Betriebe

Um diese Ziele in die Praxis umzusetzen, bietet das Land den hessischen Betrieben Beratung an, um ihnen den Anbau von Leguminosen als heimisches Futtermittel näher zu bringen. Darüber hinaus werden im Hessischen Programm für Agrarumwelt- und Landschaftspflege-Maßnahmen (HALM) Betriebe zusätzlich gefördert, die sich im Jahr 2014 verpflichtet haben, mindestens zehn Prozent ihrer Ackerfläche mit Leguminosen wie Erbsen, Ackerbohnen oder Sojabohnen zu bestellen.

 

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