Onlinerechner

Soviel Ressourcen verbraucht Fleisch


Bild: blitzrechner.de

Blitzrechner.de hat sich der kleinen Mathematik im Alltag verschrieben. Das Internetportal möchte dem Verbraucher eine Vorstellung vom Ressourcenverbrauch des Fleischkonsums geben. Das funktioniert nur eingeschränkt.

Das Internetportal blitzrechner.de hat einen Fleisch-Rechner veröffentlicht. Dort kann der interessierte  Verbraucher seinen Fleischverbrauch eingeben. Die Website berechnet anschließend, wieviel Liter Wasser, Kilogramm CO2 und wie viele Antibiotika der Fleischkonsum verbraucht. Daneben steht die jeweilige Ressourceneinsparung, wenn man sich vegetarisch ernährt hätte. Und weil die wenigsten Menschen sich unter „5.930.260“ Liter Wasser etwas vorstellen können, findet sich darunter eine konkrete Anzahl an Bildchen von Schweinen, Kühen und Hühnchen, die man innerhalb von zehn Jahren verspeist.

Blitzrechner.de ist ein Portal, das sich der kleinen Mathematik im Alltag verschrieben hat und Rechner für verschiedene Fragestellungen anbietet. Wer etwa die WG-Kosten gerecht unter seinen zwei Mitbewohnern aufteilen will, findet hier ein Template, mit dem er eben dieses unfallfrei und ohne geistige Anstrengung berechnen kann. Jede Berechnung wird von einem Artikel mit Informationen rund um das Thema begleitet. Für sein Angebot heimste die Website Lob von vielen Medien - von der FAZ, ct, der Süddeutschen Zeitung oder dem WDR - ein.

Für den Fleischrechner orientierten sich die Macher an der Aussage des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft: Jeder Deutsche verbraucht pro Jahr 60 Kilogramm Fleisch. In dem dazugehörigen Informationsartikel werden Zusammenhänge zwischen Fleischkonsum und Ressourcenverbrauch erklärt. Da geht es etwa um zerstörte Landflächen, den Verbrauch von Antibiotika und den CO2-Ausstoß. Die Alternative, sich fleischlos zu ernähren, wird am Beispiel von Tofu beleuchtet. So müssen sich Fleisch und Tofu nebeneinander anhand verschiedener Werte wie Cholesterin- und Kaloriengehalt messen lassen. Auch die Nachteile von Tofu bleiben nicht außen vor.

Lobby als Informationsquellen

Blitzrechner.de lässt sich in die Karten schauen. Der Rechenweg und die Quelle der Daten ist genauso offen gelegt wie die Tatsache, dass es sich bei den Werten um Durchschnittszahlen handelt. Die Berechnung ist exemplarisch und die Ergebnisse sind eine Hochrechnung. Unangreifbar ist der Fleischrechner jedoch nicht. Die Berliner Mathematiker nutzen häufig die Angaben von Lobbyorganisationen wie PETA und WWF als Quellen. Das gibt dem Rechner einen entsprechend vegetarismusfreundlichen Drall. Auch ist die Quantifizierung von Antibiotika in Anwendungen und einzelne „Antibiotika“ fragwürdig. Es liegt in der Natur der Wirkstoffklasse, nicht sinnvoll in Gewicht oder einzelnen Anwendungen quantifizierbar zu sein. Jedes Antibiotikum unterscheidet sich hinsichtlich Applikationshäufigkeit, Indikation und Wirkstoff. Diese Thematik auf eine durchschnittliche Anwendungshäufigkeit herunter zu brechen, kann man durchaus mit einer erhobenen Augenbraue betrachten. 

Grundsätzlich ist das, was im Fleischrechner geschrieben wird, aber nicht falsch. Es empfiehlt sich jedoch, die Zahlen der Berechnung mit wachem Geist und als das zu sehen, was sie sind: eine relative Zahl. Übrigens beantwortet der Rechner auch die Frage, ab wann Vegetarismus nicht mehr mit dem Leben zu vereinbaren ist: Ab 100 Jahren vegetarische Ernährung ist Schluss.

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