Grüne Woche

Kritiker-Bündnis präsentiert "Fleischatlas 2018"


Rechtzeitig vor Beginn der Internationalen Grünen Woche (IGW) ist der "Fleischatlas 2018" heute in Berlin vorgestellt werden. Die Autoren fordern eine Neuausrichtung der Agrarpolitik.

Zum viertenmal ist der gemeinsam von der Heinrich-Böll Stiftung, dem Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) sowie der Zeitschrift Le Monde Diplomatique erstellte "Fleischatlas" vorgestellt worden. Auf rund 50 Seiten enthält die Publikation "zahlreiche Daten, Fakten und Grafiken zu den drängendsten Problemen der industriellen Fleischproduktion", teilen die Autoren mit.

Die Bundesregierung zeige sich nach wie vor handlungsunwillig, den notwendigen Umbau der Nutztierhaltung endlich zu beginnen, so der BUND und die Heinrich-Böll Stiftung. Dazu gehöre beispielsweise eine verpflichtende Kennzeichnung für Fleisch einzuführen, vergleichbar der Kennzeichnung von Eiern.

Auch trage die Tierhaltung wie kein anderer Sektor so massiv zum Verlust der Artenvielfalt, der Zerstörung des Klimas und zur Gefährdung der Gesundheit bei. Die Autoren weisen darauf hin, dass die Nachfrage nach Fleisch weltweit bis zum Jahr 2050 den Prognosen zufolge um weitere 85 Prozent zunehmen werde. Ohne ein Umsteuern vor allem in den Industrieländern sei die Tierhaltung ein Garant für ein weiteres Aufheizen der Atmsophäre, für  globale Unsicherheit, Hunger und Tierleid. Ein Hebel für die Neuausrichtung sei eine grundlegende Reform der EU-Agrarpolitik, heißt es in dem Fleischatlas 2018.
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