Illegale Schlachtungen

Schlachthof in Polen unter Verdacht


Aus einem polnischen Schlachthof soll möglicherweise Fleisch von kranken Kühen außerhalb der Landesgrenzen gelangt  sein. Es besteht der Verdacht auf Tierschutzverstöße und illegale Etikettierung.  

Grundlage für den Verdacht auf illegale Fleischexporte seien verdeckte Filmaufnahmen, berichtete zuerst die britische Zeitung "The Guardian" am gestrigen Sonntag. Darin zu sehen seien kranke Kühe in einem Schlachthof in der zentralpolnischen Region Mazovia. Es sei zu vermuten, dass die Tiere bei Nacht ohne offizielle Begutachtung durch Veterinäre geschlachtet und anschließend weiterverarbeitet worden seien, heißt es in dem Bericht. Neben offensichtlichen Verstößen gegen den Tierschutz bei Transport und Schlachtung der Tiere ergebe sich der Verdacht, dass das Fleisch kranker Tiere als unbedenklich für den menschlichen Konsum in den Verkehr gebracht worden sein könnte.

Polen gilt als bedeutender Rindfleischexporteur. So seien nach vorliegenden Informationen im Jahr 2017 rund 415.000 t Rindfleisch im Wert von mehr als 1,3 Mrd. € aus Polen ausgeführt worden. In dem Bericht wird der irische Prof. Chris Elliot zitiert. Der Gründer des Instituts für Globale Lebensmittelsicheit habe geäußert, dass im Fall des Nachweises für die Ausfuhr von Fleisch aus diesem polnischen Schlachthof das Potenzial für einen EU-weiten Alarm bestehe. In diesem Fall wären viele Aufsichts- und Polizeibehörden in ganz Europa eingebunden.

Nach Aussagen eines Reporters des investigativen Teams "Superwizjer" seien die Aufnahmen Ende des vergangenen Jahres entstanden. Rund 80 Prozent des polnischen Rindfleischs würden in den Export gelangen, heißt es in dem Bericht.
     


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