Informeller Agrarrat

Landwirtschaft muss auf Klimawandel reagieren

Die Landwirtschaft muss sich an die Folgen des Klimawandels anpassen, kann aber auch dabei helfen, die Erdwerwärmung zu bremsen.
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Die Landwirtschaft muss sich an die Folgen des Klimawandels anpassen, kann aber auch dabei helfen, die Erdwerwärmung zu bremsen.

Der EU-Agrarsektor muss auf die Klimabewegung reagieren und dabei wirtschaftlich bleiben, erklärte der französische Landwirtschaftsminister Didier Guillaume auf dem Informellen EU-Agrarrat in Helsinki. In seiner Rede bezog sich Guillaume auf die schwedische Aktivistin Greta Thunberg. Die EU-Agrarpolitik müsse auf die Jugend hören, führte der französische Minister aus. Die einen demonstrierten für das Klima, die anderen, wie zum Beispiel junge Landwirte, müssten bei aller Anpassung der Produktionsmethoden auch die Wirtschaftlichkeit ihrer Betriebe im Auge behalten. Die EU-Agrarpolitik sollte deshalb eine klimafreundliche Produktion vor allem mit Anreizen unterstützen, etwa über zukünftige Ökoregelungen (Eco-Schemes) in der 1. Säule der GAP, regte Guillaume an. Er verwies darauf, dass dies nur mit einem ausreichend ausgestatteten EU-Agrarhaushalt möglich sei.

Klöckner will klimafreundliche Produktion fördern


Die deutsche Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner drängte ebenfalls auf einen ausgewogenen Ansatz zwischen der durch Greta Thunberg verstärkten Klimabewegung und anderen Anforderungen an die Landwirtschaft. Klöckner fordert genau wie Frankreich Eco-Schemes, mit denen die EU-Mitgliedstaaten verpflichtet werden sollen, eine klimafreundliche Produktion zu fördern. Auf ein geändertes politisches Umfeld machte auch EU-Agrarkommissar Phil Hogan aufmerksam. Diejenigen, die sich vor 20 Jahren gegen Umweltreformen gesperrt hätten, merkten jetzt, dass sie nicht ambitioniert genug waren, erklärte Hogan. Er sei froh darüber, dass sich auf dem informellen Treffen alle EU-Mitgliedstaaten für einen verstärkten Klimaschutz in der Landwirtschaft ausgesprochen haben.

Bedenken gegen Mercosur-Abkommen

Selbst die Agrarminister von Polen und Ungarn erklärten sich dort mit höheren Anforderungen in der GAP an die Betriebe einverstanden. Allerdings müssten die Landwirte weiterhin ausreichend Einkommen erwirtschaften können, warnte der polnische Landwirtschaftsminister Jan Ardanowski in der Tischrunde in Helsinki. Außerdem dürften nicht billige Lebensmittelimporte aus den Mercosur-Ländern mit niedrigeren Standards die EU-Landwirtschaft unterlaufen.


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