Initiative

Bezeichnungsschutz für Schnitzel, Burger und Co.

Wo Burger draufsteht, soll auch Fleisch drin sein. Das fordern Bauern, Fleischer und die Fleischwirtschaft, die sich für einen EU-weiten Schutz der Bezeichnung von Fleischprodukten stark machen. Dieser soll ähnlich umgesetzt werden wie der entsprechende Schutz für Milch und Milcherzeugnisse.

Der Deutsche Bauernverband (DBV), der Deutsche Fleischer-Verband (DFV) und der Verband der Fleischwirtschaft (VDF) gaben gestern ihre Unterstützung für eine Initiative aus dem Europäischen Parlament bekannt, die auf einen Bezeichnungsschutz für Fleisch und Fleischerzeugnisse abzielt. Der Verordnungsvorschlag für die Gemeinsame Marktordnung betrifft insbesondere die Begriffe „Steak“, „Schnitzel“ und „Burger“.

Der Vorstoß der Branchenvertreter kommt zu einer Zeit, in der insbesondere fleischlose Burger für viel Gesprächsstoff sorgen. Am Wochenende hatte der Discounter Lidl zum zweiten Mal den Burger-Ersatz von Beyond Meat in begrenzter Stückzahl im Angebot. Die Patties seien binnen kürzester Zeit vergriffen gewesen, berichteten zum Wochenbeginn zahlreiche Medien.

In einem gemeinsamen Schreiben an Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner erklären die Verbände nun, dass sie als Erzeuger und Verarbeiter von Fleisch für die Echtheit ihrer Produkte einstehen. Gleichzeitig sähen sie sich dem Grundsatz der Wahrheit und Klarheit in der Kennzeichnung verpflichtet. Daher ist es aus Sicht der Branchenverbände nicht akzeptabel, wenn fleischfreie Lebensmittel Bezeichnungen tragen, die üblicherweise für Fleisch und Fleischwaren verwendet werden. Ihrer Auffassung nach stößt eine nationale Regelung in den Leitsätzen des Lebensmittelbuches in vielen Fällen an ihre Grenzen. Durch die Initiative des Europaparlaments bestehe nun die Chance, auch hierfür einen EU-weiten Bezeichnungsschutz und damit Rechtssicherheit für Hersteller im gesamten Binnenmarkt herbeizuführen, heißt es in einer Mitteilung. 

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