Innovationstage

BLE zeigt Neuentwicklungen

"Kommen Sie zu mir. Ich habe Geld", verspricht Julia Klöckner den Wissenschaftlern.
Bild: BLE / Phototek.de
"Kommen Sie zu mir. Ich habe Geld", verspricht Julia Klöckner den Wissenschaftlern.

Die BLE gibt einen Einblick in ihre Forschungsförderung. Die Neuheiten betreffen sowohl die Lebensmittelindustrie als auch die Landwirtschaft. Agrarministerin Klöckner wirbt für den technischen Fortschritt.

Zwei Tage lang stellt die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) in Bonn die vom Landwirtschaftsministerium finanzierte Forschung vor. Wissenschaflter berichten in mehr als 100 Vorträgen über die aktuellen Ergebnisse ihrer Arbeit. Gleichzeitig soll es zu einem Dialog zwischen Industrie und Entwicklern kommen. 

Dr. Hanns-Christoph Eiden, Präsident der BLE, freute sich mit 500 Teilnehmern über einen Beteiligungsrekord und über Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner, die die Gelegenheit für eine Grundsatzrede nutzte. Nicht einverstanden zeigte sie sich mit der Tendenz in der Gesellschaft, Innovationen immer nur zu kritisieren und durch pauschale Ablehnung zu verhindern. Klöckner machte den anwesenden Entwicklern Mut: „Kommen Sie zu mir – ich habe Geld.“

Neuerungen - nicht nur für die Landwirtschaft

Stark im Fokus der vorgestellten Projekte steht die Digitalisierung. Ein notwendiges Werkzeug dafür ist unter anderem die RFID-Technologie. RFID steht für Radio Frequency Identifikation und ermöglicht ein Erkennen eines Chips, indem man es nah an einer Antenne vorbeiführt. Zwei Projekte wollen die RFID-Technologie für die Landwirtschaft nutzbar machen.

Das Projekt UTE 2 der Universität Hohenheim entwickelt Ohrenmarken für Sauen, die mittels Ultrahochfrequenter FRID-Chips die Überwachung der Tiere ermöglicht. „Man könnte zum Beispiel durch eine entsprechend platzierte Antenne registrieren, welches Tier, wann und wie lange am Trog war“, erklärt Dr. Eva Gallmann von der Uni Hohenheim. Auch Bewegungs- und Aktivitätsmuster wären denkbar. So dringt das Tier in die digitale Welt ein und kann zusätzlich zur Beobachtung digital erfasst und vermessen werden. Die Schwierigkeit ist dabei, die Distanz zur Erkennung der Ohrenmarke auf praxistaugliche 50 bis 70 cm zu erhöhen. Ob sich die Technologie in großem Maßstab durchsetzt, ist eine Frage des Preises. Momentan ist die Technologie noch zu teuer.

Mit derselben Technologie überwacht die Firma Microsensys die Bewegungen von Bienen. Der Clou: einen RFID-Chip so weit zu verkleinern, dass er auf den Rücken einer Biene passt. Derart kleine RFID-Chips sind in vielen Industriebereichen sehr begehrt. Bei Medizingeräten werden sie etwa benutzt, um sich gegen Plagiate zu wehren.

Auch die Diskussionen zum Umweltschutz spiegeln die Innovationen, beispielsweise die Neuentwicklung der Firma Rauch. Das Unternehmen hat einen Düngerstreuer zur Depotdüngung entwickelt. Dabei werden zwischen den Reihen Stickstoff und Ammonium-Depots angelegt. Das neue Gerät platziert die Depots in der gewünschten Tiefe und deckt sie danach wieder zu. Der Vorteil liegt in einer geringeren Belastung für Grundwasser und Luft. Die Wurzeln der jeweiligen Pflanzen wachsen zum Depot hin und gelangen gleichzeitig tiefer, was sie auch resistenter gegenüber Trockenheit macht. Die Entwicklung richtet sich hauptsächlich an Lohnunternehmen und wird bereits seit fünf Jahren getestet. Ab 2020 soll das Gerät marktreif sein.

Den Tagungsband mit allen Projekten gibt es kostenlos bei der BLE.


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