Insektenschutz

Ackerbaustrategie soll im Sommer vorliegen

Um den Insektenschwund zu beurteilen, will das BMEL ein Monitoring etablieren. Auch die Ackerbaustrategie ist in der Mache. An einem "Runden Tisch zu Landwirtschaft und Umweltschutz" habe es laut Naturschutzverbänden allerdings an konkreten Vorschlägen gemangelt.

Das Konzept zur Einrichtung eines wissenschaftlichen Monitoringzentrums für Biodiversität soll im Frühsommer 2019 fertig sein, teilt die Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen mit. Die Aufbauphase des Monitoringzentrums werde ein bis zwei Jahre dauern, erklärt die Bundesregierung weiter. Fragen zu finanziellen Kosten und konkreten Inhalt könne die Bundesregierung allerdings noch nicht beantworten. Bisher wurden rund 6 Mio. € bereitgestellt.

Mit Hilfe dieses Monitorings soll auch eine wissenschaftliche Grundlage für den Schutz von Insekten geschaffen werden. Vor diesem Hintergrund hatte am Montag ein "Runder Tisch Landwirtschaft und Umweltschutz" stattgefunden. An diesem hatten unter anderem Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) und Vertreter des Thünen-Instituts, der Landwirtschaftskammer Rheinland-Pfalz sowie der Deutsche Bauernverband (DBV) und Umweltverbände teilgenommen. Klöckner bestätigte während dieses Treffens den Rückgang von Insekten, der "wahrscheinlich flächendeckend" sei. Die Datenbasis sei allerdings "ausbaufähig", da das bisherige Monitoring nur sehr punktuell funktioniere.


Zwar sieht die Ministerin die Landwirtschaft und andere Verursacher in der Verantwortung, Insekten zu schützen. Jedoch betonte sie, mit der Förderung von Hecken und Blühstreifen, der Glyphosat-Minimierungsstrategie, dem Verbot von Neonikotinoiden und dem Greening seien bereits Weichen gestellt. Darüber hinaus werde die Ackerbaustrategie den Rahmen für Biodiversität, gesunde Böden und einen ökonomisch tragfähigen Pflanzenanbau setzen. Die Ackerbaustrategie soll bis Mitte dieses Jahres vorliegen, teilte Klöckner am Montag mit.

Naturschutzverbände, darunter der Bund für Umwelt und Naturschutz (Bund) und der Naturschutzbund Deutschland (Nabu), kritisieren hingegen, das Bundeslandwirtschaftsministerium (BMEL) bleibe seit Monaten "konkrete Vorschläge schuldig", wie sie das vom Bundeskabinett in Eckpunkten verabschiedete Aktionsprogramm Insektenschutz unterstützen wolle.

Ähnlich der Ministerin Klöckner sprach sich der DBV dafür aus, nicht nur auf die Landwirtschaft zu schauen, die schon jetzt zahlreiche Blühflächen und Bienenweiden anlege. Flächenfraß, Straßenverkehr, Klimawandel und Lichtverschmutzung stellten ebenfalls eine Bedrohung für Insekten dar. Die Kunst bestehe darin, vor Schädlingen zu schützen und gleichzeitig Nützlinge zu fördern.
Runder Tisch Landwirtschaft und Umweltschutz
Die Ergebnisse des Gesprächs werden in den kommenden Wochen ausgewertet, teilt das Bundeslandwirtschaftsministerium (BMEL) mit. Im Anschluss daran hätten die Beteiligten Gelegenheit zur Kommentierung. In einer weiteren Sitzung sollen die Vorschläge endgültig abgestimmt werden. Ziel ist es, das "Aktionsprogramm Insektenschutz" der Bundesregierung zu begleiten. Darüber hinaus plane das BMEL in diesem Jahr eine Veranstaltung zum Thema Insektenschutz, bei der der Austausch mit der breiten Öffentlichkeit im Mittelpunkt stehen soll.

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