Insektenschutz

"Schulze mangelt es an Durchsetzungsstärke"

Die Ansichten darüber, was ein angemessener Insektenschutz überhaupt ist, gehen weit auseinander.
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Die Ansichten darüber, was ein angemessener Insektenschutz überhaupt ist, gehen weit auseinander.

Die Reaktionen auf das Maßnahmenpaket zum Insektenschutz von Bundesumweltministerin Svenja Schulze fallen gemischt aus. Die Grünen halten es für eine "nett gemeinte Absichtserklärung". Dem DBV geht das viel zu weit.

Svenja Schulzes (SPD) Vorschläge, um Insekten zu schützen, lösen ein geteiltes Echo unter den Politikerkollegen und Lobbyverbänden aus: Harald Ebner (Bündnis90/Die Grünen) nannte ihr Maßnahmenpaket, das vorsieht, den Einsatz von Dünge- und Pflanzenschuztmitteln zu reduzieren, eine „nett gemeinte“ Absichtserklärung. Er glaubt nicht an Schulzes Durchsetzungsstärke gegenüber ihrer „Agrarkollegin" Julia Klöckner (CDU). Schulzes Vorschlägen muss das Kabinett nämlich erst noch zustimmen. Naturschutzverbände, darunter BUND, DUH und WWF sowie der Umweltdachverband Deutscher Naturschuztring (DNR) äußern ähnliche Kritik. Zwar begrüßen sie das von Bundesumweltministerin Schulze übergeordnete Ziel, Agrarlandschaften nachhaltig zu verändern, weil Insekten und Biodiversität durch gängige Bewirtschaftungsweisen dort am meisten litten. Allerdings zweifeln diese daran, dass der Einsatz von Pestiziden flächendeckend reduziert wird.
Dem Deutschen Bauernverband hingegen gehen die Vorschläge von Bundesumweltministerin Schulze schon zu weit. Vor allen Dingen müssten diese „die ökonomischen Herausforderungen der Landwirtschaft berücksichtigen“.

Schulze will unterdessen, die Meinung von Bürgern in ihr Maßnahmenpaket, mit einbeziehen. Auf der Webseite des Bundesumweltministeriums gibt es ab sofort ein Online-Diskussionsforum. Es ist bis zum 7. November frei geschaltet. Einige Bürger haben sich schon zu Wort gemeldet: „Glyphosat gehört verboten angesichts wissenschaftlicher Erkenntnisse“, kommentiert ein Gegner des umstrittenen Pflanzenschutzmittels. "Ein Gewässerrandstreifen auf Privatflächen ist abzulehnen, da er ein massiver Eingriff ins Eigentumsrecht ist und bei den Grundeigentümern abgelehnt wird. Zur Zeit sind bereits über 50 Prozent der Gewässer mit Randstreifen eingefasst. Dieses erfolgte zum großen Teil freiwillig als ÖVF aus den Prämienanträgen, Ökokontoflächen und freiwilligen Vereinbarungen mit den Wasser- und Bodenverbänden. Diese erfolgreichen Maßnahmen nun durch Gesetze zu konterkarieren ist falsch. Anreize schaffen ist sinnvoller", meint "Bienenmann" zur vorgesehenen Änderung des Wasserhaushaltgesetzes.

Lesen Sie mehr dazu in der aktuellen Ausgabe der agrarzeitung.

1 Kommentar

  1. Gerd Schaaf
    Erstellt 11. Oktober 2018 20:10 | Permanent-Link

    Wenn Laien meinen, sie müßten Maßnahmen beschließen, die dem Bienenschutz dienen, dann sollten sie sich doch mit Fachleuten umgeben und auch deren Wissen nutzen und umsetzen und nicht die „Spinnereien“ der selbsternannten Naturschützer, Ökos und NGO‘S übernehmen. Denn der von Frau Schulze aufgestellte Maßnahmenkatalog beinhaltet zum größten Teil keine Maßnahmen, die dem wahren Bienenschutz dienen.

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