Insektenschwund

Pflanzenschutzverbrauch soll drastisch sinken


Bild: Pixabay / Castleguard

Insektenforscher fordern Politik, Wirtschaft und Naturschutz auf, gemeinsam ein weiteres Insektensterben aufzuhalten. Ein 9-Punkte-Plan zählt Maßnahmen auf.

Wissenschaftler aus ganz Europa treffen sich am heutigen Freitag im Naturkundemuseum in Stuttgart zum Internationalen Insektensymposium. Maßgebliche Institutionen wenden sich mit einem „9-Punkte-Plan gegen das Insektensterben" an die Agrar-, Umwelt- und Bildungsministerien des Bundes und der Länder.

Beizung und vorsorgliches Spritzen sollen entfallen

Die Forscher plädieren dafür, Zulassungsverfahren für Pflanzenschutzmittel anzupassen. Neben einer Beurteilung der eigentlichen Toxizität müssten auch Schäden an Organismen berücksichtigt werden, die nicht zum Tode führen. Darüber hinaus sprechen sich die Forscher gegen vorbeugende Maßnahmen im Pflanzenschutz aus. Sowohl Beizung als auch vorsorgliches Spritzen, bevor ein Befall festgestellt werden konnte, müsse per Gesetz verboten werden. Grundsätzlich sei der Verbrauch an Pflanzenschutzmitteln drastisch zu reduzieren. Konkret nennen die Forscher als Ziel 20 Prozent des bisherigen Verbrauchs. Außerdem sollen deutlich mehr ausgewählte Flächen unter Naturschutz gestellt werden, vor allem in Gebieten mit intensiver Landwirtschaft.

Der 9-Punkte-Plan richtet sich aber nicht nur an Landwirte. Die Forscher nehmen auch Stadtbevölkerung und Kommunalverwaltungen in die Pflicht. Statt kurzem Rasen, sollten extensive Wiesen und insektenfreundliche Straßenränder Vorrang haben. Außerdem sollten Straßenlaternen mit hohem Blaulichtanteil, die Insekten förmlich anziehen, gegen LED-Leuchten ausgetauscht werden.

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