Intensive Landwirtschaft

Selbsthilfegruppe in Brüssel


Tierwohl in Haltung und Transport ist auch ein Thema, dem sich das Netzwerk europäischer Regionen mit intensiver Landwirtschaft widmen will.
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Tierwohl in Haltung und Transport ist auch ein Thema, dem sich das Netzwerk europäischer Regionen mit intensiver Landwirtschaft widmen will.

Nicht nur die niedersächsischen Landwirte, auch ihre katalonischen oder bretonischen Berufskollegen müssen sich mit Themen wie Nährstoffüberschüssen rumschlagen. Das zeigte die „„Strategische Konferenz AgriSystem Transformation“ in der Niedersächsischen Landesvertretung in Brüssel.

Europäische Regionen, in denen intensive Landwirtschaft auf engem Raum betrieben wird, wollen künftig ihre Erfahrungen bündeln. Dazu fand am heutigen Mittwoch die „Strategische Konferenz AgriSystem Transformation“  in der Niedersächsischen Landesvertretung in Brüssel auf Einladung von Niedersachsens Agrarministerin Barbara Otte-Kinast (CDU) statt. Die Konferenz wurde gemeinsam mit dem Verbund Transformationsforschung agrar Niedersachsen organisiert. Denn Niedersachsen ist bekanntlich der Standort der intensiven Landwirtschaft in Deutschland schlechthin.

Regionales Netzwerk geplant

Die Initiative aus Niedersachsen setzt sich das Ziel, ein regionales Netzwerk aus Regionen mit intensiven Landwirtschaftssystemen aufzubauen. Diese Intensiv-Regionen sollen „voneinander lernen“, um ihre „verschiedenen Kompetenzen und Erfahrungen für die Entwicklung neuer Lösungen zu nutzen“. Mit der eintägigen Veranstaltung soll der Einstieg gefunden werden, Niedersachsen künftig noch besser in die europäische Agrarforschungslandschaft und das neue Forschungsrahmenprogramm einzubringen. Weitere Netzwerktreffen zur Entwicklung von Ideen und der Vorbereitung von Anträgen sind geplant.

„Mögliche Themen für Anträge sind zahlreich“, sagt Dr. Barbara Grabkowsky,  Geschäftsführerin des Verbunds Transformationsforschung agrar. So stehe die Schweinehaltung in Spanien und insbesondere in Katalonien vor ähnlichen Herausforderungen wie die Landwirte in Niedersachsen. In Spanien seien im vergangenen Jahr 20 Prozent aller in der EU gehaltenen Schweine registriert gewesen. Die regionale Schweineproduktion in Spanien sei in den vergangenen zehn Jahren um 17,6 Prozent angestiegen, so dass das Land heute zum weltweit drittgrößten Schweinefleisch-Exporteur aufgestiegen sei. „Damit verbunden sind aber auch Probleme. So wird auch in Spanien über regionale Nährstoffüberschüsse und den damit verbundenen Folgen für Boden, Wasser und Luft diskutiert. Da ist es nur naheliegend, den Informationsaustausch zu fördern und entsprechenden Forschungs- und Handlungsbedarf zu formulieren“, verdeutlicht Grabkowsky.

Dass sich auch in anderen Regionen Europas Landwirte vor dem Hintergrund drängender Fragen für die Zukunft aufstellen müssen, bestätigten nach Angaben des niedersächsischen Agrarministeriums die Konferenzteilnehmer aus landwirtschaftlicher Praxis, Wissenschaft und Politik aus Belgien, den Niederlanden, der Bretagne (Frankreich) und Irland. All diese Regionen würden sich wie Niedersachsen durch intensive Landwirtschaft auf engem Raum auszeichnen. Zentrale Herausforderungen in allen Regionen lägen in den Bereichen Umwelt, bei Problemfeldern wie Nährstoffüberschüsse, Treibhausgasemissionen, Tierwohl in Haltung und Transport, Antibiotikaresistenzen sowie Entwicklungsmodellen und Betriebsperspektiven im ländlichen Raum.

Geld aus neuem EU-Programm

Während der Konferenz ging es auch um die Finanzierung. In dem Verbund ist geplant, von EU-Geldern aus dem kommenden EU-Forschungsrahmenprogramm „Horizon Europe“ 2021 bis 2027 zu profitieren. „Mit dem bereits vorhandenen Verbund zur Transformationsforschung verfügen wir in Niedersachsen bereits über ein dichtes Netzwerk aus Wissenschaft und Praxis, das sich mit dem Wandel in der Landwirtschaft beschäftigt. Dieses gilt es jetzt zu erweitern. Wir müssen diese Forschung auch im europäischen Kontext stärken, wenn wir auch zukünftig eine Führungsrolle in der europäischen Landwirtschaft behalten wollen“, sagte dazu Ministerin Otte-Kinast.

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