Internationaler Handel

Dreyfus wirft Ballast ab

Für LDC ist das internationale Handelsgeschäft 2018 erfreulich gelaufen.
Foto: David Hundley/LDC
Für LDC ist das internationale Handelsgeschäft 2018 erfreulich gelaufen.

Die Louis-Dreyfus-Gruppe ist mit den Ergebnissen 2018 sehr zufrieden. Vor allem das zweite Halbjahr ist für das internationale Handelsunternehmen gut gelaufen.

Die Louis Dreyfus Commodities (LDC) B.V., Rotterdam, hat 2018 einen Umsatz von 36,5 Mrd. US-$ erzielt. Er ist um 4 Prozent im Vergleich zum Vorjahr gesunken. LDC hat 2018 allerdings Ballast abgeworfen und zu Jahresbeginn den Verkauf des globalen Metallgeschäfts sowie der Düngemittelaktivitäten in Australien abgeschlossen. Die verbliebenen Geschäfte waren profitabler. Der operative Gewinn (Ebit) ist im Vergleich zum Vorjahr um 26 Prozent auf gut 1,3 Mrd. US-$ gestiegen. Unter dem Strich blieb für die Anteilseigner als konsolidierter Nettogewinn 2018 mit 355 Mio. US-$ rund 12 Prozent mehr als im Vorjahr übrig.

Hohe Verarbeitung in Lutherstadt Wittenberg

Zum Gewinnanstieg haben nach Angaben des Unternehmens höhere Schlaglöhne der Ölmühlen sowie bessere Margen im Handel mit Baumwolle und Zucker beigetragen. Außerdem berichtet der neue LDC-Vorstandsvorsitzende Ian McIntosh von erfolgreichem Hedging an den Rohstoffmärkten.
Darüber hinaus hat LDC nach seiner Einschätzung den Handelskonflikt zwischen den USA und China weitgehend unbeschadet überstanden, weil große Sojabohnenlieferungen von den USA auf den Ursprung Brasilien umgelenkt werden konnten. Schließlich sind auch die Ölmühle und das Biodieselwerk in Lutherstadt Wittenberg 2018 rund gelaufen. LDC berichtet von hohen Verarbeitungsmengen. Die Anlage ist jetzt so zertifiziert worden, dass sie Pharmaglycerin und Lecithinprodukte vermarkten kann.

Milchsparte auf der Abschussliste

Für 2019 stellt der Firmenchef eine weitere Konzentration auf das Kerngeschäft in Aussicht. Deswegen will sich LDC im Laufe des ersten Halbjahres auch von seinem Engagement im globalen Handel mit Milchprodukten trennen. Unterdessen stärkt das Unternehmen die verbleibenden Standbeine. Dazu gehören auch die Logistiknetze am Schwarzen Meer. In der Ukraine erwähnt LDC im Geschäftsbericht den Kauf von 330 Bahnwaggons, um Getreide vom Erzeuger zu den Häfen zu transportieren. In den kommenden fünf Jahren strebt LDC nach den Worten von McIntosh an, die Marktposition im internationalen Handel auszubauen. Gleichzeitig will der Konzern die vertikale Integration vorantreiben, um mehr Geld in der Wertschöpfungskette zu verdienen.

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