Internationaler Rapskongress Berlin 2019

BMEL macht Geld für Rapsforschung locker


Rapskongress
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Forscher in Kanada, China und Australien arbeiten mit Hochdruck an neuen Rapssorten und -anbausystemen. In Deutschland wollen Landwirte im Spätsommer wieder mehr Raps aussäen.

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Der internationale Rapskongress in Berlin hat eine große Signalwirkung auf den deutschen und europäischen Rapsanbau. Innovative Ansätze, den Pflanzenschutzmitteleinsatz reduzieren und neue Einsatzmöglichkeiten für Raps in Lebensmitteln stellen internationale Wissenschaftler auf dem Rapskongress in Berlin bis Mittwoch vor.

Während in Deutschland der Rapsanbau von 1,5 Mio. ha auf knapp 900.000 ha im Jahr 2018 zurückgegangenen ist, erreicht die weltweite Anbaufläche bereits 35 Mio. ha, allein 10 Mio. ha sind es in Kanada. „Der Forschungsbedarf in Deutschland ist groß, gerade in Hinblick auf die gesellschaftliche Anforderungen, den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln einzuschränken“, sagte Wolfgang Vogel, Präsident der Union zur Förderung von Öl- und Proteinpflanzen Ufop, zur Eröffnung des IRC in Berlin. Die Forderung Vogels nach mehr Geld für die Forschung an einen nachhaltigen Rapsanbau ist im Bundesagrarministerium (BMEL) angekommen.

Durch den Wegfall von neonicotinoiden Wirkstoffen und das verstärkte von neuen Schädlingen durch den Klimawandel nimmt die Bedeutung der Resistenzzüchtung beim Raps zu. Das BMEL unterstützt gemeinsame Projekte zur Abwehr von Rapsschädlingen und der Anpassung der Kulturen an den Klimawandel. Insgesamt unterstützt das BMEL rund 300 Züchtungsprojekte, allein für die Rapsforschung sind 16 Mio. € vorgesehen, sagte der parlamentarische Staatssekretär Michael Stübgen beim IRC. „Wir müssen eine stärkere internationale Vernetzung der Forschungsaktivitäten anstreben“, betonte Stübgen. Um die Erfolgsgeschichte von Raps weiterzuschreiben, ist die Vernetzung von mehr als 900 Experten auf dem Internationalen Rapskongress in Berlin wichtig. Auch, um die Forschung voranzubringen.

Die Ufop möchte die positive Entwicklung in den vergangenen Jahrzehnten bei Raps fortschreiben, auch wenn sich die Herausforderungen in der Züchtung im Anbau und in der Vermarktug erheblich geändert haben, sagte der UFop-Vorsitzende Vogel. Weltweit ist die vielseitige Verwendung von Rapsöl in der menschlichen Ernährung, in der Biodieselproduktion und Rapsschrot als Tierfutter anerkannt. Wissenschaftler arbeiten mit Hochdruck an Verfahren, um den Proteingehalt im Rapsschrot zu steigen. Denn in Westeuropa und Nordamerika geht der Trend zum Verzehr von pflanzlichen Proteinen, hingegen steigt die Nachfrage von Rapsschrot als Tierfutter in Asien und Afrika, um den erhöhten Fleischkonsum zu decken.

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