In unwirtlicher Umgebung: Das EDEN-ISS-Gewächshaus liegt in der deutschen Antarktisstation Neumayer III
DLR
In unwirtlicher Umgebung: Das EDEN-ISS-Gewächshaus liegt in der deutschen Antarktisstation Neumayer III

Kein Boden, stattdessen die richtige Nährstofflösung in Kombination mit Kunstlicht: Die Raumfahrt baut Lebensmittel unabhängig von der Erde an.

Die Erzeugung von Gemüse und Salat für Langzeit-Weltraummissionen rückt in greifbare Nähe. Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) zieht eine positive Zwischenbilanz zur Gemüsezucht im „EDEN-ISS-Gewächshaus“, meldet Agra-Europe. Im vergangenen Jahr konnten in der Antarktisstation Neumayer III 67 kg Gurken, 46 kg Tomaten, 19 kg Kohlrabi, 8 kg Radieschen, 15 kg Kräuter sowie 117 kg Salat erzeugt und von der zehnköpfigen Besatzung der Station verzehrt worden. Der Anbau sei mithilfe künstlichen Lichts und effektiver Nährstofflösungen
erfolgt, während man vollkommen auf Erde verzichtet habe.


Wurzeln von zwei Tomatenpflanzen aus dem Gewächshaus.
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Wurzeln von zwei Tomatenpflanzen aus dem Gewächshaus.

Mit dem Gewächshaus in der unwirtlichen Umgebung der Antarktis wollten die DLR-Wissenschaftler so dicht wie möglich an die Bedingungen einer Langzeitmission im Weltraum herankommen. Das Forschungslabor diene nicht nur der Erprobung der Gemüsezucht für zukünftige bemannte Weltraummissionen zu Mond und Mars, sondern auch der Erforschung der Nahrungsmittelproduktion in klimatisch ungünstigen Gebieten wie Wüsten und arktischen Regionen. In diesem und im nächsten Jahr wird das DLR nach eigenen Angaben zusammen mit dem AWI und anderen Forschungspartnern die Produktionsprozesse im EDEN-ISS-Gewächshaus weiterentwickeln.

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