Jahresabschluss

BASF hat an den Bayer-Zukäufen zu kauen


Die BASF muss die Zukäufe der Bayer-Agraraktivitäten erst einmal verdauen. Bislang drückt das Engagement auf den Gewinn. Auch das Chemiegeschäft hat 2018 Federn gelassen.

Seit August 2018 verbucht die BASF im Agrarbereich Erlöse durch die akquirierten Bayer-Geschäfte. Allein im 4. Quartal 2018 verhalfen sie zu einem Umsatzsprung um 27 Prozent auf rund 1,7 Mrd. €. Im Gesamtjahr 2018 schließt das Segment Agricultural Solutions mit einem Umsatzplus um 8 Prozent auf  fast 6,2 Mrd. € ab. Das operative Ergebnis (Ebit) ist hingegen eingebrochen. Für 2018 hat das bisher als „Ertragsperle“ geltende Agrarsegment nur einen Gewinnbeitrag von 591 Mio. € geleistet, nach mehr als 1 Mrd. € im Vorjahr.

„Stark negativer Beitrag“ der akquirierten Geschäfte

Der BASF-Vorstandsvorsitzende Dr. Martin Brudermüller begründete am Dienstag bei der Vorlage der Jahreszahlen den Ebit-Rückgang im Agrarsektor mit negativen Wechselkurseffekten in allen Regionen. „Hinzu kam ein stark negativer Beitrag aus den von Bayer akquirierten Geschäften, die BASF erst im August übernehmen konnte. Dies war aufgrund der Saisonalität des Saatgutgeschäfts, das vor allem im ersten Halbjahr Erträge abwirft, ein Nachteil“, so Brudermüller weiter. Darüber hinaus musste die BASF Kosten für die Eingliederung der erworbenen Aktivitäten abschreiben.
Wachstum um 1.600 Mitarbeiter
Im August 2018 hat die BASF den Kauf wesentlicher Teile der Saatgutsparte und der Liberty-Link-Technologie von Bayer abgeschlossen. Außerdem gehört jetzt die Digital-Farming-Plattform Xarvio zur BASF. Mit der Akquisition der Bayer-Geschäfte ist das BASF-Agrarteam 2018 um rund 1.600 Mitarbeiter in Forschung und Entwicklung an 17 Standorten weltweit gewachsen.

Trockenheit bremst Umsatzwachstum in Europa

Europa hat 2018 einen Agrarumsatz von gut 2,0 Mrd. € beigesteuert. Hier berichtet der Konzern von einem leichten Umsatzanstieg, der auf die akquirierten Geschäfte sowie höhere Absatzmengen zurückzuführen war. Gebremst wurde das Wachstum jedoch von der langen Trockenheit sowie durch negative Währungseffekte in Osteuropa und der Türkei. In den anderen Regionen der Welt berichtet die BASF durchweg von Umsatzwachstum, das zum Teil auf den Kauf der Bayer-Aktivitäten und zum Teil auf höheren Absatz zurückzuführen war. Doch fast durchweg war das Geschäft durch negative Wechselkurseffekte beeinträchtigt.

Hoffnung auf Lösung von Handelskonflikten

In seinem Ausblick für 2019 geht Brudermüller davon aus, dass sich die Zukäufe im Agrarsegment in deutlichem Umsatzwachstum widerspiegeln werden. Für den Gesamtkonzern erhofft sich der BASF-Vorstandsvorsitzende ein günstigeres weltwirtschaftliches Umfeld. Im Jahr 2018 hatte es wegen der Abkühlung des Wirtschaftswachstums sowie der schwelenden Handelskonflikte Bremsspuren im Chemiegeschäft gegeben. Außerdem war die BASF auch durch das wochenlange Niedrigwasser auf dem Rhein behindert. Langfristig will Brudermüller die Früchte der neuen Unternehmensstrategie ernten, die 2018 beschlossen worden ist. Bis Ende des 3. Quartals 2019 soll der gesamte Prozess abgeschlossen sein. Neben internen Umstrukturierungen gehören dazu eine stärkere Orientierung auf die Schlüsselmärkte in Asien – und hier besonders auf China und Indien.

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