Jahresabschluss

Gewinne von Bunge im Keller

Der internationale Agrarhändler Bunge verdient wenig Geld. Das Jahresende 2017 hat sogar einen Quartalsverlust gebracht. 2018 soll es besser werden. Zu Übernahmespekulationen fällt kein Wort.

Die Bunge Ltd., White Plains, hat 2017 einen Umsatz von 45,8 Mrd. US-$ erzielt. Der Anstieg im Vergleich zum Vorjahr beträgt 7 Prozent. Die Ergebnisse sind hingegen in den Keller gerutscht. Das operative Ergebnis (Ebit) beträgt mit 436 Mio. US-$ weniger als die Hälfte des Vorjahreswertes (1,1 Mrd. US-$). Noch drastischer ist der Rückgang des Nettogewinns, der mit 126 Mio. US-$ auf weniger als ein Fünftel des Vorjahres (709 Mio. US-$) geschrumpft ist. Von Oktober bis Dezember 2017 weist Bunge sogar einen Quartalsverlust von 60 Mio. US-$ aus.

Europäische Ölmühlen bereiten Verdruss

Bunge-Chef Soren Schroder begründete am Mittwoch das schlechte Abschneiden mit anhaltendem Gegenwind, der die gesamte Branche getroffen hätte. Im 4. Quartal 2017 klagte er über besonders schwache Schlaglöhne der europäischen Ölmühlen. Im südamerikanischen Sojageschäft hätte dem Konzern zusätzlich die Verkaufszurückhaltung der Farmer zu schaffen gemacht. Außerdem seien die Kapazitäten für die Zuckerrohrverarbeitung in Brasilien wegen der dort anhaltenden Regenfälle nicht ausgelastet gewesen. Hinzu kamen schwache Zucker- und Ethanolpreise.

Käufer für die Zuckersparte gesucht

Schon seit Jahren will Bunge die Zuckersparte loswerden. Schroder berichtete am Mittwoch, dass wieder verstärkt nach Käufern gesucht werde. Außerdem befinde sich Bunge im Prozess, den globalen Zuckerhandel abzuspalten. Im Gegenzug will Bunge Loders Croklaan im 1. Quartal 2018 übernehmen. Es handelt sich um einen international tätigen Spezialanbieter von Pflanzenölen. Damit erhofft sich der Bunge-Chef eine höhere Wertschöpfung als im margenschwachen Handelsgeschäft.

Kein Wort zu Übernahmespekulationen

Die Zuckersparte wird Bunge auch im 1. Quartal 2018 noch einen Verlust bescheren, stimmte Schroder die Aktionäre auf einen eher schwachen Jahresauftakt ein, dem jedoch ein Gewinnanstieg im weiteren Verlauf des Jahres folgen soll. Strukturell steht das Ziel im Raum, bis Ende 2019 einen Kostenblock von 250 Mio. US-$ beseitigt zu haben. Keine Aussage traf Schroder zu den anhaltenden Gerüchten, dass Bunge von einem Wettbewerber gekauft werden soll. Seit Monaten brodelt die Gerüchteküche.

Ölmühle Mannheim gehört dazu

Bunge zählt zur ABCDG-Gruppe (ADM, Bunge, Cargill, Dreyfus, Glencore), die international mit Getreide und Ölsaaten handelt sowie Agrarrohstoffe verarbeitet. Zu Bunge gehören Ölmühlen in Nord- und Südamerika sowie in Europa und China. Von Bedeutung ist weiterhin das Zuckergeschäft in Brasilien. In Deutschland betreibt der Konzern die Ölmühle in Mannheim.

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