Jahresabschluss

Syngenta verliert im Pflanzenschutz

Syngenta berichtet von schwachen Umsätzen im Pflanzenschutz. Auch das Europageschäft läuft mau. Ein lebhafteres Saatgutgeschäft bringt etwas Ausgleich.

Der Syngenta-Konzern weist für das Geschäftsjahr 2017 einen Konzernumsatz von gut 12,6 Mrd. US-$ aus. Er liegt 1 Prozent unter dem Vorjahresabschluss. Die Einbußen stammen aus dem Pflanzenschutzgeschäft, das mit 9,2 Mrd. US-$ etwa 3 Prozent weniger Umsatz verbuchte. Im Gegenzug ist das Saatgutgeschäft um 6 Prozent auf 2,8 Mrd. US-$ gewachsen. Schließlich stieg der Umsatz in den Spezialsegmenten „Flowers und Controls“ um 3 Prozent auf knapp 0,7 Mrd. US-$.

Geschäft in Russland und der Ukraine läuft rund

Regional berichtet Syngenta von leichtem Umsatzwachstum um 2 Prozent in Europa, Afrika und dem Mittleren Osten, das vor allem in Russland und der Ukraine generiert worden ist. Im restlichen Europa registriert das Unternehmen jedoch schwache Märkte. Der Zuwachs im Saatgutsegment wiederum beruht vor allem auf lebhafteren Umsätzen mit Mais- und Sojasaatgut in Nordamerika. Außerdem hat Syngenta mehr Pflanzenschutzmittel in Kanada verkauft.

Erik Fyrwald, Vorstandsvorsitzender von Syngenta, führte den Umsatzrückgang von Syngenta auf das schwierige Jahr für die Landwirtschaft zurück. „Leider konnten wir diese Herausforderungen nicht meistern, und so war unser Umsatz mit Pflanzenschutzmitteln rückläufig“, kommentierte er am Donnerstag den Abschluss 2017.

Rückstellungen für Streit um Gentechniksorte

Den Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) weist das Unternehmen, das seit Ende 2017 nicht mehr börsennotiert ist, nicht explizit aus. Das Unternehmen gehört seit vergangenem Jahr zu ChemChina und ist nicht mehr in früherem Umfang berichtspflichtig. Die Ebitda-Marge beträgt nach Angaben von Syngenta wie im Vorjahr 21 Prozent – allerdings vor finanziellen Rückstellungen für einen Vergleich im Rechtsstreit um Maissaatgut der Sorte MIR-162. Das Verfahren geht zurück auf das Jahr 2014, als China Maisimporte mit dieser gentechnisch veränderten Sorte zurückgewiesen hatte und anschließend internationale Handelshäuser Syngenta wegen der Ausfälle auf hohe Schadensummen verklagten.

In seinem Ausblick für 2018 geht Fyrwald davon aus, dass die wirtschaftliche Lage der Landwirte aufgrund der tiefen Rohstoffpreise weiterhin sehr schwierig bleibt. Er erwartet für Syngenta ein „Umsatzwachstum im niedrigen einstelligen Bereich“. Dazu beitragen soll auch die Akquisition von Nidera Seeds, die das Saatgutangebot in Brasilien und Argentinien stärke.

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