Jahresgespräch

Tönnies steigert Marktanteil


Wollen die Branche nach vorne treiben: Maximilian Tönnies, Geschäftsführer Andres Ruff und der geschäftsführende Gesellschafter Clemens Tönnies (v.l.n.r.).
Bild: Tönnies
Wollen die Branche nach vorne treiben: Maximilian Tönnies, Geschäftsführer Andres Ruff und der geschäftsführende Gesellschafter Clemens Tönnies (v.l.n.r.).

Trotz eines leichten Umsatzminus steht der Schlachtkonzern gut da. Der Marktanteil in Deutschand wächst, Bauern sollen mehr Geld für Nachhaltigkeit bekommen und der Brexit bereitet auch keinen Schrecken. 

Tönnies entwickelt sich gegen den Trend. Zwar ist der Umsatz leicht gesunken, dennoch kann Deutschlands größter Schlachtkonzern seinen Marktanteil auch im Jahr 2018 weiter ausbauen. Der Unternehmensumsatz gab mit 6,65 Mrd. Euro um 3,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahr nach. Die Ursache liegt im schwachen Schweinepreis begründet, der 2018 um 12,5 Prozent niedriger als im Vorjahr ausfiel, heißt es auf dem Jahrespressegespräch am heutigen Donnerstag in der Tönnies-Zentrale in Rheda-Wiedenbrück.



Tönnies hat im Jahr 2018 weltweit insgesamt 20,8 Millionen Schweine geschlachtet. Das ist im Vergleich zum Vorjahr 1 Prozent mehr. In Deutschland konnte Tönnies die Menge der verarbeiteten Schweine konstant bei 16,6 Millionen Tieren halten. Insgesamt ist der deutsche Markt hingegen um 2,5 Prozent gesunken. Auch bei den Rindern verarbeitete und zerlegte Tönnies entgegen dem Markttrend im Jahr 2018 mit 440.000 Tieren 2 Prozent mehr. Der Markt sank insgesamt um 3 Prozent. „Die Fleischbranche befindet sich im Wandel“, erklärt der geschäftsführende Gesellschafter Clemens Tönnies. Auf diesen Wandel reagiert das Unternehmen mit Strategien, die Tierwohl, Transparenz und Nachhaltigkeit im Blick haben. „Wir sind Vorreiter bei den Fragen des Tierschutzes, der Haltungskennzeichnung und der Transparenz für Verbraucher und wollen die Branche nach vorne treiben“, erläutert Geschäftsführer Andres Ruff.

Mehrleistung der Bauern soll bezahlt werden

Ein Ansatz ist das auf der Pressekonferenz vorgestellte Fütterungskonzept. Das gemeinsam mit der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen entwickelte Konzept Toniso soll dazu beitragen, die N- und auch P-Ausscheidungen über die Gülle zu senken. Toniso steht dabei für tieroptimiert-, nitrat- und sojareduziert. Um bis zu 30 Prozent weniger Stickstoffanfall sollen so möglich sein. Auch der Sojaanteil im Futter soll so sinken. Tönnies spricht von einer möglichen Reduktion von über 50 Prozent und von der gemeinsamen Verantwortung für eine nachhaltige Entwicklung der Fleischbranche. "Die großen Anstrengungen der Landwirte in den vergangenen Jahren müssen wir anerkennen und auch finanziell honorieren“, sagt Ruff. Fleisch dürfe nicht verramscht werden. Der Preiskrieg um Lebensmittel müsse beendet werden.

Brexit als Chance

Insgesamt steht die deutsche Fleischbranche zunehmend unter Druck, heißt es von Unternehmensseite. Daher setzt Tönnies auf Internationalität. Wachstum gibt es in Frankreich und Polen, in Großbritannien ist Tönnies "Segment-Marktführer" und aus Dänemark kommen mittlerweile positive Signale. "In Dänemark wurde 2018 der wirtschaftliche Turnaround erreicht, so dass wir nach der Übernahme von Tican eine sehr positive Entwicklung nehmen“, sagt Andres Ruff. Zum Ausstieg Großbritanniens aus der EU zeigt sich Tönnies gut aufgestellt. Ende 2018 hatte der Konzern den Wursthersteller Riverway Foods übernommen. Heute wurde bekannt gegeben, dass ein Schlachthof auf der Insel gekauft werden soll. Der Name wurde zwar noch nicht verraten, aber schon so viel gesagt, dass das nicht Zulasten der hiesigen Standorte ausfallen soll. "Wir sind auf den Brexit vorbereitet", erklärt Clemens Tönnies.

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