Jahreswechsel 2018

Zehn Neuerungen für 2018


Mit dem neuen Jahr warten auf die Bauern auch eine ganze Reihe neuer Regeln. Von Änderungen für Saisonarbeiter bis zur Steuererklärung zeichnen sich einige erwähnenswerte Informationen ab. Wir stellen Ihnen die zehn wichtigsten Neuerungen vor.

Ab 2018 ist der Mindestlohn von aktuell 8,84 Euro verbindlich für jeden Arbeiter. In der Landwirtschaft endet damit die dreijährige Übergangsfrist. Ab diesem Jahr ist der Mindestlohn von aktuell 8,84 Euro verbindlich für jeden Arbeiter. Allerdings gilt seit November 2017 auch der höhere Mindestentgelt-Tarifvertrag von 9,10 Euro. So sind die 8,84 Euro nur für neue Arbeitsverhältnisse ab dem 1. Januar 2018 zu zahlen. Ein Arbeitgeber muss mit dem Arbeiter eine schriftliche Regelungen im Arbeitsvertrag oder eine nachträgliche Zusatzvereinbarung treffen, wenn er weniger zahlen will.


Für Saisonkräfte ändern sich neben dem Mindestlohn auch die Regeln für die Sozialversicherung. Mit der Saisonbeschäftigung endet künftig auch die Krankenversicherungspflicht. Die Versicherung besteht nur weiter, wenn der Beschäftigte innerhalb von drei Monaten einen ständigen Wohnsitz in Deutschland hat. Um Fehler zu vermeiden, werden Saisonkräfte bei der Krankenversicherung explizit als solche angemeldet.

Die EEG-Umlage sinkt. Stromverbraucher müssen für die Differenz zwischen Börsenstrompreis und Einspeisevergütung nun 6,792 ct/kWh zahlen. Für 2017 lag die Umlage bei 6,88 ct/kWh.

Im Rahmen des Düngepakets tritt 2018 die Stoffstrombilanzverordnung in Kraft. Bestimmte Betriebe müssen ab 2018 die Zu- und Abfuhr von Stickstoff und Phosphat bilanzieren. Die Betriebe können wählen zwischen einem pauschalen Bilanzwert von 175 kgN/ha oder einer Stoffstrombilanz auf Grundlage des betriebsindividuellen Bilanzwertes.

Auf Greeningflächen sind 2018 zusätzliche  Kulturen erlaubt. Künftig können Durchwachsene Silphie, Miscanthus und Leguminosenmischungen angebaut werden. Der Gewichtungsfaktor bei Leguminosen steigt von 0,7 auf 1,0. Chemische Pflanzenschutzmittel sind auf Greeningflächen grundsätzlich verboten.


Kurz vor Ende des Jahres gab die Bundesregierung eine Prognose über die Altersversorgung der Landwirte (AdL) heraus. Ab 2018 werden die Beiträge im Westen um zwei, im Osten um ein Prozent steigen. Bis zum Jahr 2025 sollen die Beiträge in Ost und West angeglichen sein. Grund dafür ist eine abnehmende Anzahl der Einzahler.

Produzenten von Novelfood genießen zu Beginn des Jahres mehr Rechtssicherheit. Die neue Novel Food-Verordnung (EU) 2015/2283 wurde 2015 einführt und ist ab dem 1. Januar 2018 verbindlich. Sie betrifft exotische Samen und Früchte wie Chiasamen oder mit neuen Verfahren hergestellte Lebensmittel wie UV-behandelte Bäckerhefe. Mit den neuen Bestimmungen sollen der Begriff präzisiert und die Zulassungsverfahren gestrafft werden. Lebensmittel von geklonten Tieren fallen übergangsweise ebenso unter die neue Regelung.

Ab diesem Jahr gilt eine neue Feuerstättenverordnung. Daher dürfen viele ältere Kamin- und Kachelöfen aus den Jahren vor 1985 nicht mehr betrieben werden. Zwar können über neuere Filter bestimmte Staubemissionen verringert werden, doch gilt das nicht für die CO2-Werte. Daher kommt ein neuer, energieeffizienter Ofen in den meisten Fällen wohl billiger.

Auch bei der Einkommenssteuer ändern sich einige Details. Die Steuererklärung kann nun nicht allein in Papierform, sondern muss elektronisch abgegeben werden. Der Computer bearbeitet dann automatisch den Antrag. Die Abgabefristen werden verlängert (bei freiwilligen Erklärungen zu Ende Februar des übernächsten Jahres), doch gleichzeitig drohen Verspätungszuschläge schneller und auch im Falle einer Nullfestsetzung. Jeder, der eine Steuererklärung verpflichtend abgeben muss, hat ab dem Steuerjahr 2018 eine Frist bis zum 31. Juli des Folgejahres (31.Juli 2019). Belege müssen künftig nicht mehr eingereicht, jedoch im Bedarfsfall vorgehalten werden.

Der Online-Handel ist in Deutschland nicht mehr wegzudenken. Ab August 2018 gibt es den Ausbildungsberuf „Kaufleute im E-Commerce“. Wegen der fehlenden Beratungssituation durften Online-Versandhäuser bisher nicht ausbilden. Die Ausbildung dauert drei Jahre und wird klassisch dual in Betrieb und Berufsschule fortgeführt. Der Handelsverband Deutschland rechnet mit 1000 Ausbildungsstellen im ersten Lehrjahr.


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