Jahreswechsel

Klöckner verteidigt Silvester-Böller


Bundesagrarministerin Julia Klöckner: Es gibt immer wieder "Deppen", die sich nicht an Regeln halten.
CDU Rheinland-Pfalz
Bundesagrarministerin Julia Klöckner: Es gibt immer wieder "Deppen", die sich nicht an Regeln halten.

Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) fordert, Böller aus den Innenstädten herauszuhalten, um die Feinstaub-Belastung zu senken. Bundesagrarministerin Julia Klöckner (CDU) betrachtet dies in einem Interview als Bevormundung.

Die Ressortchefin des BMEL schafft es in der nachrichtenarmen Zeit vor dem Jahreswechsel auf „Spiegel Online“ – allerdings nicht mit agrarpolitischen Vorstößen. Stattdessen bricht Klöckner dort eine Lanze für Silvester-Feuerwerke – gegen einen Vorstoß der Umweltorganisation DUH, die schärfere Vorschriften gegen die Böllerei fordert.  

Die geltenden Regeln reichten aus, zitiert das Nachrichtenmagazin Klöckner.  „Dass es immer wieder Deppen gibt, die sich nicht daran halten, kommt leider auch in anderen Bereichen des Alltags vor“, zitiert der Spiegel die Ministerin weiter. Es könne nicht angehen, dass „diejenigen, die sich fehlverhalten, das Leben derer bestimmen, die sich ordentlich verhalten“. „In einer freien Gesellschaft wird es immer um das Austarieren von Regeln und verantwortungsbewusster Freiheit gehen“, sagte Klöckner dem Magazin außerdem. Der Ansatz der Umwelthilfe sei „Bevormundung“ und beeinträchtige das „Verantwortungsbewusstsein“ der Bürger.

DUH: Feuerwerke an den Stadtrand!

Die DUH fordert, einen Stopp von Feuerwerken in den mit Luftschadstoffen hoch belasteten Innenstädten, um den Gesundheitsschutz der Bürger sicherzustellen. „Nicht zuletzt aufgrund des Dieselskandals sind Menschen in Deutschland zunehmend besorgt, wenn es um das Thema saubere Luft geht. Die Kommunen sind hier gefordert zu handeln. Wir möchten eine Verschiebung der Feuerwerksaktivitäten raus aus der Innenstadt“ sagt DUH-Bundesgeschäftsführer Jürgen Resch.

Allerdings spricht sich die DUH somit indirekt dafür aus, die Silvester-Böllerei in den Ländlichen Raum zu verschieben: So sollten Feuerwerke „entweder auf Flächen am Stadtrand“ stattfinden, „wo die Menschen ihre Feuerwerkskörper abfeuern können oder noch besser ein professionelles Feuerwerk außerhalb sensibler Zonen, an dem sich alle erfreuen können und welches kaum Feinstaub erzeugt“, konkretisierte Resch.

Gleichzeitig müsse es „klare Verbote für Silvesterböller und mit Schwarzpulver getriebene Raketen geben, die für die extremen Feinstaubwerte aber auch vielen Brände und Verletzungen verantwortlich sind“, fordert die DUH. „Ein öffentliches Feuerwerk oder eine professionelle Pyro-Show sind nicht nur sicherer. Diese belasten die Umwelt auch weniger, da hier meist andere Feuerwerksbatterien zum Einsatz kommen. Ein weiterer Vorteil: Am Ende liegen weniger Dreck und Verpackungsmüll von abgefeuerten Knallkörpern in der Landschaft herum.“

Viele Bürger für Verbot

Durch ein Feuerwerksverbot in den Innenstädten würden sich übrigens viele Bürger gar nicht bevormundet fühlen, geht weiter aus dem Spiegel-Bericht hervor: Eine Mehrheit der Deutschen habe sich in einer Umfrage für ein Verbot von Feuerwerk in Innenstädten ausgesprochen, heißt es dort. Knapp 60 Prozent von mehr als 5.000 Befragten sind für ein generelles Böllerverbot in dicht besiedelten Umgebungen, wie die am Mittwoch veröffentlichte Onlineerhebung des Instituts Civey für die Funke Mediengruppe ergab.

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