Jamaika

Proteste begleiten Sondierungsgespräche


Nabu-Protestaktion am Reichstag in Berlin.
Foto: Nabu
Nabu-Protestaktion am Reichstag in Berlin.

Die am heutigen Freitag in Berlin stattfindenden Sondierungsgespräche zur künftigen Agrarpolitik werden für Protestaktionen genutzt. Umweltorganisationen fordern die Umgestaltung der Landwirtschaft. 

In den bisherigen Gesprächen zwischen den möglichen Koalitionspartnern aus CDU/CSU, FDP und Bündnis 90/Die Grünen vermisse der Naturschutzbund Deutschland (Nabu) Antworten zur Lösung drängender Probleme der Landwirtschaft, heißt es in einer Mitteilung der Organisation. "Ein weiter wie bisher darf es in der Agrarpolitik keinesfalls geben", wird Nabu-Bundesgeschäftsführer Leif Miller zitiert.

Der Nabu fordert in einem möglichen Koalitionsvertrag eine naturverträgliche Ausrichtung der EU-Agrarsubventionen zu verankern. Auch solle in der EU ein Naturschutzfonds mit einem Volumen von 15 Mrd. € eingerichtet werden, aus welchem Landwirte zukünftig für konkrete Leistungen zum Erhalt der Natur entlohnt werden könnten. Mit Blick auf die künftige Zulassung von Pflanzenschutzmitteln kritisiert der Nabu, dass Wünsche großer Anbieter derartiger Substanzen "eins zu eins" in das Sondierungspapier  gebracht worden seien. 

Auch die Umweltorganisation "Greenpeace" demonstriert am Verhandlungsort der Sondierer. So hätten sich in Sichtweite der Verhandler Kletterer mit einem sechs mal sechs Meter großen aufblasbarem Schwein von einer Fußgängerbrücke zwischen zwei Gebäuden des Deutschen Bundestages abgeseilt, heißt es in einer Mitteilung. Die industrielle Landwirtschaft habe eine Vielzahl massiver Umweltprobleme verursacht, kritisiert Greenpeace. Eine mögliche "Jamaika-Koalition" müsse den Agrarsektor so reformieren, "dass die Massentierhaltung schrittweise abgeschafft und die Umweltzerstörung gestoppt wird."
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