Kanada

Hohe Verluste durch chinesisches Embargo


Mit dem Embargo möchte China die Freilassung einer Huawai-Managerin erpressen.
Bild: Pixabay / difotolife
Mit dem Embargo möchte China die Freilassung einer Huawai-Managerin erpressen.

Seit mehr als zwei Monaten verweigert China Fleischimporte aus Kanada. Die Erzeuger fordern von ihrer Regierung Entschädigungen und mehr Anstrengungen für eine Ende des Exportstopps.

Die Kosten für die Aussetzung der Exporte von kanadischem Schweine- und Rindfleisch nach China nähern sich der 100 Mio. Dollar-Marke. Je länger das Embargo andauert, desto größer ist das Risiko für den Verlust kanadischer Arbeitsplätze, moniert die Fleischwirtschaft des Landes. Die kanadischen Exporteure für Rind- und Schweinefleisch fordern ihre Regierung jetzt auf, sich für die Wiederöffnung des chinesischen Markts einzusetzen. Darüber berichtet das Canadian Meat Council (CMC). Seit dem 25. Juni darf Kanada kein Rind- und Schweinefleisch nach China exportieren. Grund für das Embargo war eine Lieferung von nicht-kanadischem Schweinefleisch, das den chinesischen Vorgaben nicht entsprach und mit gefälschten Dokumenten als kanadisch deklariert worden war.

Wie der Handelsverband berichtet, stellte die Canadian Food Inspection Agency (CFIA) dem chinesischen Zoll alle Informationen und Analysen zur Verfügung, um nachzuweisen, dass Kanada den Verstoß nicht zu verantworten habe. Die CFIA habe versichert, die Anforderungen Chinas einzuhalten. Die Beteuerungen der Behörde führten jedoch nicht zur Lösung des Konflikts. Beobachter vermuten, dass die Regierung in Peking mit dem Exportstopp die Freilassung der im Dezember 2018 in Vancouver festgenommenen Huawei-Managerin Meng Wanzhou erzwingen will.

Fleischbranche fordert Entschädigungen

Die Industrie fordert eine Entschädigung für die Millionenverluste der kanadischen Fleischerzeuger. Der Fleischexport habe in den letzten Jahren seine Höhen und Tiefen auf dem chinesischen Markt erlebt, aber die Asiaten blieben ein wichtiger Handelspartner für Kanada, betonte der Handelsverband. Die Schweinefleischexporte Kanadas verzeichneten im ersten Halbjahr 2019 gegenüber dem Vorjahr einen leichten Anstieg auf 495.200 t (plus 1 Prozent). Unterstützt wurden die Ausfuhren hauptsächlich von der wachsenden Nachfrage nach Schweinefleisch auf dem chinesischen Markt, wo die ASP grassiert. Die Lieferungen nach China stiegen gegenüber der ersten Hälfte des Vorjahres um mehr als  50 Prozent. Mit einem Gesamtvolumen von 172.000 t gingen im Zeitraum von Januar bis Juni über 34 Prozent der kanadischen Schweinefleischexporte ins Reich der Mitte. Der Exportwert verdoppelte sich nahezu.

Die kanadischen Schweinefleischexporte in die EU blieben in den ersten sechs Monaten dieses Jahres gegenüber dem Vorjahr gleich. Die Einfuhrmenge von insgesamt rund 140 t blieb weit unter der Kontingentsgrenze von 43.000 t. Das Interesse an Importen aus Kanada in der EU blieb bislang sehr begrenzt. Grund hierfür sind hohen Veterinäranforderungen der EU. „Wenn es jedoch auf weiteren Zielmärkten Kanadas zu Behinderungen kommt, könnte es sich für die dortigen Produzenten lohnen, sich stärker auf EU-Anforderungen auszurichten", glaubt der deutsche Verband der Fleischwirtschaft.

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