Kartellauflagen

Bayer veräußert Digitalsparte komplett

Weitere Zugeständnisse macht der Bayer-Konzern, um Monsanto übernehmen zu dürfen. BASF soll das gesamte Digital-Farming-Geschäft erhalten.

 

Die Bayer AG will die gesamte Plattform für die digitale Landwirtschaft an die BASF verkaufen. Dies hat der Leverkusener Konzern nach einem Bericht des Handelsblattes am Mittwoch bestätigt. Bisher sahen die Planungen vor, dass Bayer der BASF lediglich einen exklusiven Zugang zu seiner Digital-Plattform eröffnet. Das war jedenfalls der Stand nach der Freigabe des Zusammenschlusses durch die EU-Kommission im März. Jetzt sieht es so aus, dass BASF die Sparte komplett erwirbt, im Gegenzug aber Bayer Lizenzen für bestimmte digitale Anwendungen einräumt.

Das Handelsblatt vermutet, dass Bayer mit dem Komplettverkauf der Digitalaktivitäten im Agrarsektor den Kartellwächtern in den USA weitergehende Zugeständnisse gemacht hat. Mit der im US-Justizministerium angesiedelten Behörde soll eine grundsätzliche Zustimmung für die Übernahme von Monsanto erreicht worden sein, berichtete das Wall Street Journal bereits zu Wochenbeginn. Allerdings fehlt hier noch die offizielle Bestätigung mit den detaillierten Auflagen.

Außerdem sollen die neuen Vereinbarungen vorsehen, dass Bayer bestimmte Saatgutbehandlungsmittel an die BASF abgibt. Stattdessen würde – anders als nach den im März bekannt gewordenen Planungen – Monsanto seine neu entwickelten Mittel gegen Nematoden behalten.

Den Abschluss der Übernahme erwartet Bayer weiterhin im 2. Quartal 2018. Die EU-Kommission muss allerdings noch prüfen, ob die BASF ihrerseits nach den geplanten Zukäufen keine zu starke Marktstellung gewinnt. Diese Untersuchungen sollen bis Ende April abgeschlossen sein.

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