Frei lesbar: Kastenstände

Greenpeace zeigt Sauenhalter an


In Politik und Landwirtschaft besteht Einigkeit darüber, dass die Haltung von Sauen in Kastenständen verbessert werden soll. Tierschützern ist das Tempo des Umbaus zu langsam.
Greenpeace
In Politik und Landwirtschaft besteht Einigkeit darüber, dass die Haltung von Sauen in Kastenständen verbessert werden soll. Tierschützern ist das Tempo des Umbaus zu langsam.

Um die Sauenhaltung war es zuletzt ruhiger geworden. Nach einem Bericht des Nachrichtenmagazins Report Mainz kocht das Thema wieder hoch.

Am Dienstagabend sorgten wieder einmal heimlich gedrehte Aufnahmen aus Schweineställen für Gesprächsstoff. Das Nachrichtenmagazin Report Mainz zeigte Bilder von Sauen in Kastenständen, die der Umweltorganisation Greenpeace nach eigenen Angaben „zugespielt“ wurden. Viele neue Informationen enthielt der Bericht nicht. Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) hatte bereits Ende Mai Änderungen in der Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung vorgeschlagen. Danach dürfen Sauen im Deckzentrum in Zukunft nur noch acht statt wie bisher 35 Tage in Kastenständen gehalten werden. Tierhaltern soll für den Umbau eine Übergangsfrist von maximal 17 Jahren gewährt werden.

Tierschutzorganisationen und Greenpeace kritisieren das langsame Tempo der Neuregelung. Auch drei Jahre nach dem Kastenstand-Urteil des Oberverwaltungsgerichts Magdeburg würden Muttersauen „noch immer rechtswidrig in viel zu engen Kastenständen gehalten“, kommentiert Greenpeace die Bilder. Dass sich in den Ställen noch nichts geändert hat, ist bekannt. Landwirte verweisen darauf, dass ihre Ställe samt Kastenständen von den Behörden genehmigt wurden. Sie warten auf klare politische Vorgaben, um bei einem Umbau sicher sein zu können, dass die Investitionen dauerhaft die rechtlichen Anforderungen erfüllen.

Greenpeace hält die derzeit praktizierte Sauenhaltung für tierschutzwidrig und hat fünf landwirtschaftliche Betriebe in Niedersachsen, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern angezeigt. Die Aufnahmen, die aus Sicht von Greenpeace Gesetzesverstöße belegen, stammen laut Angaben der Organisation aus dem August und September 2019.

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  1. Andrea Kolhoff
    Erstellt 11. September 2019 16:09 | Permanent-Link

    Dass Landwirte Planungssicherheit wünschen, ist nachvollziehbar. Hier muss sich bald etwas tun, die Politik muss klare Vorgaben machen. Aber eine Übergangsfrist von 17 Jahren ist Kritikern der Kastenstandhaltung wirklich nicht vermittelbar.

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