Katjes-Werbung

Milchbranche wehrt sich gegen Frontalangriffe


Vertreter von Milch- und Landwirtschaft werten den Katjes-Werbespot als Diskriminierung der Branche.
Foto: Youtube/Katjes; screenshot az
Vertreter von Milch- und Landwirtschaft werten den Katjes-Werbespot als Diskriminierung der Branche.

Die Milchwirtschaft will in Sachen Kommunikation und Rückverfolgbarkeit die Kräfte bündeln. Der Trend zu veganer "Ersatzmilch" wächst unterdessen.

Die Milchwirtschaft ist aktuell weiter dabei, ihre Branchenstrategie zu entwickeln – auch, um kommunikative Themen rund um die Milch anzugehen. Während der Milchindustrie-Verband (MIV) am Donnerstag auf seiner Jahrestagung in Frankfurt unter anderem darüber beraten hat, wie die Wertschöpfungskette Milch dezentrale Fördermittel zur Milchvermarktung künftig für mehr Schlagkräftigkeit bündeln könne, verdeutlichen die deutschlandweiten Bauernproteste diese Woche und unlängst der umstrittene "Chocjes"-Werbespot für vegane Schokolade des Süßwarenherstellers Katjes wieder einmal, dass das Image der Agrarwirtschaft in der Gesellschaft eine Aufpolierung gut vertragen kann.

Im umstrittenen Katjes-Spot marschieren Milchkühe mit Melkmaschinen an den Eutern wie eine düstere Armee in eine Tafel Schokolade, unterlegt von einer Frauenstimme mit den Worten "Jedes Leben ist wertvoll". Außerdem: Kühe seien keine "Melkmaschinen", auch nicht für Schokolade. Stattdessen wirbt der Süßwarenhersteller für eine Schokolade auf Hafermilch-Basis. Der Bayerische Bauernverband legte Beschwerde beim Deutschen Werberat wegen der "diskriminierenden" Darstellung der Landwirtschaft ein. Auch MIV-Hauptgeschäftsführer Eckhard Heuser wertet den Werbespot als "Frontalangriff auf die Landwirtschaft".

Die Landwirtschaft rede ja auch nicht öffentlich darüber, welchen Beitrag Süßwarenhersteller wie Katjes zu Übergewicht bei Kindern leisteten. "Ein Landwirt, der seine Tiere gut behandelt, ist den Medien keine Meldung wert", ergänzt der MIV-Vorsitzende und Vorstandsvorsitzende der Molkerei Hochland SE, Peter Stahl. "Wir haben wenig Chancen, dagegenzuargumentieren", so Stahl.


Dies ist die gekürzte Version eines Artikels aus der Agrarzeitung 43/2019, Seite 5. Wenn Sie den gesamten Text lesen möchten, können Sie ein vierwöchiges kostenloses Probeabo für die Agrarzeitung und agrarzeitung.de abschließen. Abonnenten finden den kompletten Artikel hier: Jetzt im E-Paper lesen

Kommentare

Ihre E-Mail wird weder veröffentlicht noch weitergegeben. Notwendige Felder haben einen *

Spielregeln

stats