Glyphosat

Kommunen setzen fragwürdige Alternativen ein


Wie gehen eigentlich Kommunen und Städte die Unkrautbekämpfung an seit Glyphosat in der Kritik steht? Vielen suchen nach Alternativen, die Schaden anrichten können, heißt es vonseiten der FDP-Fraktion.

Dem Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) zufolge verzichten insgesamt mehr als 100 Städte und Gemeinden darauf, ihre Grünflächen mit Herbiziden oder mindestens ohne Glyphosat zu bewirtschaften. Doch auf welche Alternativen greifen diese zurück? Um dieser Frage auf den Grund zu gehen, hat die Fraktion der FDP kürzlich eine Kleine Anfrage an die Bundesregierung gestellt. Zuvor hat die FDP allerdings bereits eigenständig  Informationen zusammengetragen. Diese zeigen, dass Alternativen Gefahrenpotential bergen.

Beispielsweise setzt die Stadt Ingelheim am Rhein anstelle von Glyphosat das Herbizid Finalsan Plus ein. Die Aufwandmengen beim Einsatz derartiger Glyphosat-Alternativen liegt um ein Vielfaches über den in der Vergangenheit eingesetzten Aufwandmengen für Glyphosat – mit entsprechenden Folgen für die Umwelt: So kann der in Finalsan Plus zum Einsatz kommende Wirkstoff Pelargonsäure laut der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (Efsa) Regenwürmer schädigen. Für den Privatanwender sind Reinigungsprodukte mit Pelargonsäure sogar im Internet erhältlich.

Fragwürdige Alternativen gegen Unkräuter

Aufgrund des Kostendrucks greifen Kommunen zum Teil auf fragwürdige Alternativen bei der Unkrautbekämpfung zurück. So beantwortet beispielsweise der Bürgermeister der Stadt Waldeck in Hessen eine Anfrage, ob die Stadt auf eigenen Flächen glyphosathaltige Produkte einsetzt, wie folgt: „Nein, wir setzen das Produkt ‚Stonos‘ ein“. Stonos ist kein Herbizid, sondern ein Reiniger mit Natriumchlorat. Natriumchlorat hat weder als Pflanzenschutzmittel (PSM)-Wirkstoff noch als Biozid eine Zulassung. Die chemische Vernichtung von Unkraut auf Nichtkulturland, wie Wegen und Plätzen, ist zudem nur mit dafür zugelassenen Pflanzenschutzmitteln und nur mit Genehmigung erlaubt.

Grundsätzlich kämen auch immer mehr mechanische und thermische Geräte, wie beispielsweise Abflamm- und Infrarotgeräte, zum Einsatz. Vorzugsweise werden zwar mechanische Verfahren, wie etwa Kehrmaschinen mit Radialbesen aus besonders harten Borsten, Fugenkratzer, Freischneider oder Absauggeräte verwendet, weil thermische Geräte den Nachteil haben, dass sie teuer sind und darüber hinaus auch einen hohen Energiebedarf haben. Trotzdem kämen ab und an thermische Verfahren, die mit Abflamm- und Infrarotgeräte durchgeführt werden, zum Einsatz.

Diese Verfahren der Unkrautvernichtung bergen ein Risiko für die menschliche Gesundheit. Durch die Trockenheit steigt das Risiko, dass Hecken, Rasenflächen und Bäume in Brand gesetzt werden.






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  1. Wilhelm Hahn
    Erstellt 25. August 2018 02:46 | Permanent-Link

    Was ist eigentlich mit unserer Bundesbahn, die setzt doch weiterhin Gyphosat ein. Sie ist doch der größte Verbraucher des Mittels, um ihre Trassen unkrautfrei zu halten?

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