Klima

Wie der Mais den Klimawandel bremst

Der Klimawandel führt zur Erwärmung der Erde. Soweit, so gut. Doch manche Regionen der Erde widerstehen der Veränderung und werden sogar kälter, stellen Forscher fest. Und der Grund ist überraschend: Es ist der Mais.

Der Klimawandel existiert, das bezweifelt heutzutage, abgesehen von ein paar Politikern mit zweifelhafter Begabung, niemand mehr. Mitunter eines der Gegenargumente lautet, dass es ja nicht überall wärmer werde. Die Temperatur in der Arktis steigt wesentlich schneller als in Teilen der Tropen. Im Mittleren Westen und Nordwesten derUSA wurde es dagegen sogar um ein Grad kälter, während die Niederschläge um 35 Prozent zunahmen.

Wissenschaftler des Massachusetts Institute of Technology untersuchen diese Entwicklung und haben nun eine mögliche Erklärung gefunden: Beide Regionen sind traditionell von Landwirtschaft - besonders Weizen - und Viehzucht geprägt. Doch das Anbauverhalten hat sich im letzten halben Jahr verändert. Heute wird 400 Prozent mehr Mais angebaucht als noch vor 50 Jahren, nämlich fast 400 Mio. t pro Jahr. Und dieser massenhafte Anbau von Mais sorgt für eine Abkühlung des Klimas. Die vermutete Mechanik ist so banal wie einleuchtend: Durch die großen Blätter der Pflanzen verdunstet sehr viel Wasser, dass folglich wieder abregnet und somit eine kühlende Wirkung hat. Das Phänomen wurde ebenso in Regionen mit massiver landwirtschaftlicher Nutzung in China beobachtet.

Die enge Beziehung von Pflanzen und Klima ist seit längerem Bekannt. So lautet etwa eine Theorie, dass eine globale Aufforstung im 15. Jahrhundert zur kleinen Eiszeit führte. Zu dieser Aufforstung kam es in Folge eines großen Bevölkerungsrückgangs durch diverse Seuchen wie die Pest und eingeschleppte Krankheiten auf den amerikanischen Kontinent. So konnten Wälder ungestört wachsen, die Bäume banden CO2 und kühlte dadurch das Klima ab.

Dieser Effekt kommt jedoch nicht ohne Konsequenzen: Mais braucht bekanntermaßen sehr viel Wasser. Dieses Wasser wird derzeit aus dem jahrtausendealtem Grundwasser gespeist. Und die Vorräte schrumpfen.
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