Klimabilanz 2018

Vier Prozent weniger Treibhausgase


Den weitaus größten Posten in der Bilanz machen die energiebedingten Emissionen aus. Sie schlagen mit einem Anteil von 84 Prozent auf das Konto der Treibhausgasemissionen.
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Den weitaus größten Posten in der Bilanz machen die energiebedingten Emissionen aus. Sie schlagen mit einem Anteil von 84 Prozent auf das Konto der Treibhausgasemissionen.

2018 wurden in Deutschland 869 Mio. t an Treibhausgasen freigesetzt. Das sind im Vergleich zum Vorjahr rund 38 Mio. t weniger. Die Landwirtschaft legte aber leicht zu.

Nach vier Jahren auf einem in etwa gleich bleibenden Niveau, konnte Deutschland im Jahr 2018 die Emission seiner Treibhausgase wieder reduzieren. Im Vergleich zum Vorjahr wurden rund 38 Mio. t oder 4,2 Prozent weniger freigesetzt. Insgesamt belief sich der Ausstoß an Kohlendioxid, Methan und Lachgas auf 868,7 Mio. t. Das zeigt eine Prognoseberechnung des Umweltbundesamtes (UBA).

Den weitaus größten Posten in der Bilanz machen die energiebedingten Emissionen aus. Sie belasten mit einem Anteil von 84 Prozent das Konto der Treibhausgasemissionen. Zu ihnen zählen die Energiewirtschaft, der Verkehr, das verarbeitende Gewerbe und Feuerungsanlagen, zum Beispiel der privaten Haushalte.

Der Anteil der Landwirtschaft an den Treibhausgas-Emissionen beträgt rund 7,7 Prozent
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Der Anteil der Landwirtschaft an den Treibhausgas-Emissionen beträgt rund 7,7 Prozent


Der Anteil der Landwirtschaft an den Emissionen ist einstellig. Er beträgt rund 7,7 Prozent oder 66,7 Mio. t CO2-Äquivalent. In der Landwirtschaft stiegen die Treibhausgas-Emissionen im Jahr 2018 leicht um 0,7 Prozent an. Das Bundesumweltministerium führt das auf eine Zunahme der Tierbestände zurück. Mit 33,4 Mio. t entfällt fast exakt die Hälfte der Treibhausgas-Emissionen aus der Landwirtschaft auf Methan, die andere Hälfte stammt vom Lachgas. Mit 3 Mio. t hat Kohlendioxid nur einen sehr geringen Anteil an den landwirtschaftlichen Emissionen.

Zu den Emissionsrückgängen haben vor allem die Energiewirtschaft und die Haushalte beigetragen. Auch im Verkehrssektor sanken die Emissionen. Von den insgesamt 38 Mio. t Minderung entfielen rund 14 Mio. t auf die Energiewirtschaft, vor allem aufgrund der Stilllegung der Kohlekraftwerke. Ein mit rund 15 Mio. t CO2-Äquivalent deutlicher Emissionsrückgang im Vergleich zum Vorjahr ist auch im Bereich der Haushalte und Kleinverbraucher zu verzeichnen. Eine Erklärung dafür ist die milde Witterung und der damit verbundene geringere Brennstoffbedarf. Eine andere Ursache sind wiederum die infolge des Dürresommers niedrigen Wasserstände vieler Flüsse. Das führte zu höheren Heizöl- und  Steinkohlepreisen. Im Verkehrsbereich sanken die Emissionen um rund 5 Mio. t. 

„Klimaschutzmaßnahmen wie Ökostromausbau, Kohleausstieg und Emissionshandel wirken. Wir brauchen allerdings mehr davon, nicht nur bei der Stromerzeugung, sondern auch beim Verkehr, beim Heizen oder bei der Landwirtschaft", erklärt Umweltministerin Svenja Schulze. Sie pocht auf den Beschluss eines von ihr entworfenen Klimaschutzgesetzes noch in diesem Jahr, damit die Klimaziele bis 2030 sicher erreicht würden. 
Klimaziele
Bezogen auf das Vorjahr konnte Deutschland die Emissionen um 4,2 Prozent reduzieren. Im Vergleich zu 1990 hat Deutschland seine Emissionen um 30,6 Prozent gesenkt. Bis 2030 müssen die Emissionen aber um mindestens 55 Prozent gekappt sein.

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