Klimabilanz

Umweltbundesamt hat sich verrechnet

Nicht gestiegen, sondern gesunken sind die Treibhausgas-Emissionen der Landwirtschaft. Eine wichtige Ursache ist laut UBA der deutlich reduzierte Einsatz von Mineraldüngern.
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Nicht gestiegen, sondern gesunken sind die Treibhausgas-Emissionen der Landwirtschaft. Eine wichtige Ursache ist laut UBA der deutlich reduzierte Einsatz von Mineraldüngern.

Die Treibhausgas-Emissionen aus der Landwirtschaft sind gesunken. Das Umweltbundesamt hat sich in seiner Klimabilanz verrechnet. Darauf hat der Deutsche Bauernverband aufmerksam gemacht. 

Einen groben Schnitzer leistete sich das Umweltbundesamt in der Klimabilanz für das Jahr 2018. Tatsächlich sind die Treibhausgas-Emissionen aus der Landwirtschaft gesunken. Die Reduktion beträgt deutliche 4,1 Prozent, wie das UBA auf Nachfrage von agrarzeitung.de korrigiert. Ursprünglich hieß es in einer mittlerweile überarbeiteten Veröffentlichung des UBA, dass die Emissionen der Landwirtschaft um 0,7 Prozent gestiegen seien. Das UBA hatte die Zunahme der Tierbestände 2018 fälschlicherweise als Ursache für die vermeintlich gestiegenen Emissionen verantwortlich gemacht. 

Ambitionierte Klimapolitik brauche verlässliche Daten

Die UBA-Meldung hatte den Deutschen Bauernverband (DBV) irritiert. Die Tierbestände seien nicht angestiegen, sondern hätten sich 2018 weiter reduziert - laut Destatis um 4 Prozent bei Schweinen und um 3 Prozent bei Rindern, erklärt der DBV. Die vom Bundesumweltministerium und Umweltbundesamt veröffentlichten Klimazahlen für die Landwirtschaft beruhten auf einer falschen Zahlengrundlage. "Demnach müssten die Treibhausgas-Emissionen aus der Landwirtschaft ebenfalls gesunken sein. Das UBA sollte hier Sorgfalt walten lassen. Auch ambitionierte Klimapolitik braucht eine verlässliche Datengrundlage", sagte Bernhard Krüsken, Generalsekretär des Deutschen Bauernverbands.

Ernteausfälle wirkten emissionsmindernd

In der aktualisierten Version teilt das UBA mit, die treibenden Größen für gesunkene Treibhausgas-Emissionen aus der Landwirtschaft seien abnehmende Tierzahlen, bei Rindern -2,9 Prozent und bei Schweinen -4,1 Prozent. Daurüber hinaus ist der Mineraldüngereinsatz UBA um 9,8 Prozent zurückgegangen.
Für die Drehung um 180 Grad bezüglich der landwirtschaftlich bedingten Emissionen hat das UBA eine Erklärung parat. Der Mineraldüngereinsatz sei in Folge der Anwendung der neuen gesetzlichen Regelungen und klimatisch bedingt zurückgegangen. Auch die witterungsbedingten Ernteausfälle wirken laut UBA emissionsmindernd.





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