Positionspapier Klimaschutz

DRV: Kein CO2-Preisschild für Tierhaltung


Emissionen aus der Rinderhaltung sollen nach Einschätzung des DRV keine CO2-Preisschild bekommen.
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Emissionen aus der Rinderhaltung sollen nach Einschätzung des DRV keine CO2-Preisschild bekommen.

Der Deutsche Raiffeisenverband (DRV) wehrt sich gegen einen CO2-Preis für die landwirtschaftliche Tierhaltung und die Bewirtschaftung von Moorböden. Außerdem soll die Bundesregierung einen „Agrarklimafonds“ gründen

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Der DRV und seine Mitglieder wollen den Klimaschutz vorantreiben und streben Klimaneutralität bis 2050 an. Das versichert der Verband in einem am Dienstag veröffentlichten Positionspapier.

Die Raiffeisen-Genossenschaften kündigen an, ihre Rolle als Dienstleister für Smart-Farming-Lösungen weiter auszubauen, um dem sachgerechten Einsatz von Pflanzenschutz- und Düngemitteln voranzubringen und die Klimaeffizienz zu optimieren, heißt es in dem Positionspapier zur Klimapolitik. Konkrete Schritte und Zielvorgaben dafür nennt der Verband allerdings nicht. Auch wollen die DRV-Genossenschaften als Energiehändler den Einsatz von Kraft- und Brennstoffen aus erneuerbaren Quellen „zukünftig noch weiter ausbauen“. Zudem wollen die Futtermittelproduzenten eine „Optimierung der Tierernährung“ vorantreiben, um  in der Rinderhaltung den „Ausstoß klimarelevanter Gase“ zu reduzieren, heißt es weiter in dem Papier. Auch versichert der DRV, auf Systeme zu setzen, die zu einer gasdichteren Güllelagerung beitragen.

Angst vor Wettbewerbsnachteilen#/ZT‘

Wesentlich konkreter als der Angebots- fällt der Forderungskatalog des Verbandes aus. Zunächst fordert der Verband, dass alle Klimaschutzaktivitäten auf europäischer Ebene und international abgestimmt werden, um Wettbewerbsnachteile zu vermeiden. Das gilt vor allem auch für die mögliche Einführung eines CO2-Preises. So solle ein CO2-Preis nur „schrittweise und in Abhängigkeit von der Verfügbarkeit alternativer Energiequellen und deren Versorgungsinfrastruktur eingeführt werden. Nur so sei es den Genossenschaften möglich „steigende Kosten für fossile Energieträger durch die Nutzung alternativer Energien zu reduzieren.“

Sollte der CO2-Preis tatsächlich kommen, fordert der Verband „exakte und international einheitliche Verfahren zur Messung und Bewertung klimarelevanter Gase.“ Nur konkret messbare Mengen dürfen nach der Auffassung des DRV mit einem Preis versehen werden. „Emissionen aus Quellen mit diffusem Charakter, wie zum Beispiel die landwirtschaftliche Tierhaltung oder die Bewirtschaftung von Moorböden, können nicht exakt bemessen werden und sind deshalb von der Bepreisung auszunehmen“, fordert der Verband.

Bund soll Klimaschutz in der Agrarwirtschaft finanzieren

Analog zum Waldklimafonds, mit dem die Bundesregierung die Anpassung der Wälder an den Klimawandel finanziell fördert, fordert der DRV die Einführung eines „Agrarklimafonds“. Dieser soll ebenfalls aus dem „Energie- und Klimafonds“ der Bundesregierung gespeist werden und energie- und klimaeffizienzsteigernde Maßnahmen in der Agrarwirtschaft finanzieren. „Nach den derzeit politisch diskutierten Zielvorgaben müsste die Landwirtschaft 11 bis 14 Millionen Tonnen Kohlendioxid pro Jahr einsparen. Bei einem geschätzten CO2-Vermeidungspreis von 80 Euro je Tonne ergibt sich ein jährlicher Finanzbedarf in Höhe von 880 bis 1.120 Millionen Euro“, rechnet der DRV vor.

Der DRV warnt ferner vor einer „einseitigen Förderung der E-Mobilität.“ Diese würde den unterschiedlichen Strukturen von urbanen und ländlichen Räumen nicht gerecht, argumentiert der Verband. „Vor diesem Hintergrund fordert der DRV die Politik auf, einen verlässlichen Plan für den zukünftigen Energiemix vorzulegen, der insbesondere den unterschiedlichen Strukturen und Bedürfnissen in der Stadt und dem ländlichen Raum Rechnung trägt“. Dazu gehört nach Ansicht des DRV ein verstärkter Einsatz von Biokraft- und Brennstoffen.

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