Der Bauernverband möchte die Verbesserung der Böden angerechnet wissen.
Bild: Pixabay / Markus53
Der Bauernverband möchte die Verbesserung der Böden angerechnet wissen.

Der Deutsche Bauernverband und der Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft setzen sich für eine finanzielle Förderung des Humusaufbaus ein. Es handele sich um Leistungen für den Klimaschutz.

Humus schützt Böden und dient als CO2-Speicher - dessen Erhalt und Aufbau soll daher ein wichtiges Element im Klimaschutzprogramm der Bundesregierung werden, teilte Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) während der Nachhaltigkeitskonferenz ihres Ministeriums in dieser Woche in Berlin mit. Vor diesem Hintergrund plant der Deutsche Bauernverband (DBV) mit dem Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (Bölw) zu kooperieren. Die beiden Verbände setzen sich gemeinsam für ein Förderprogramm für Landwirte, die Humus erhalten und aufbauen, gegenüber der Bundesregierung ein. Dies betonten der Bölw-Vorsitzende Felix Prinz zu Löwenstein und der DBV-Umweltbeauftrage Eberhard Hartelt im Gespräch mit agrarzeitung.de.

Dass die Leistung von Landwirten für den Klimaschutz - beispielsweise, wenn der Boden zur CO2-Senke wird - , honoriert werden sollte, treibt die Branche derzeit um. „Wir müssen Landwirten Anreize für den Humusaufbau geben“, betonte zu Löwenstein während des Forums „Boden als Klimaschützer“ zur BMEL-Nachhaltigkeitskonferenz. Löwenstein pocht auf die kurzfristige Wirkung eines finanziellen Förderprogramms für den Humusaufbau. Langfristig sollte diese Förderung dann nicht mehr nötig sein, da Landwirte mit mehr Humus auf dem Acker, ohnehin „Kapital aufbauen“, so Löwenstein weiter. Unterstützung bekommt er von Ansgar Lasar, Klimaschutzbeauftragter der Landwirtschaftskammer Niedersachsen. Jährlich sollte es möglich sein, 100 kg CO2 pro Hektar durch Humusaufbau einzusparen, schätzt Lasar. Folglich käme eine beträchtliche Summe an CO2 zusammen, die Landwirte im Boden versenken. „Das muss angerechnet werden“, betonte Lasar.

Problematisch sei allerdings, dass ein „Patentrezept“ für die Messung des Humusaufbaus fehle, sind sich die Teilnehmer des Forums einig. Lasar plädiert dafür, zunächst die VDLUFA-Methode zur Humusbilanzierung, die standardmäßig bei der Düngebilanzierung anfalle, als Standard zu verwenden, bis die Wissenschaft eine Lösung gefunden habe.

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