Klimaschutz

Konkrete Maßnahmen bleiben offen


Die Ausgestaltung politischer Maßnahmen zum Erreichen von Klimazielen bleibt offen, bemerkt Dr. Martin Banse vom Thünen-Institut.
Foto: jst
Die Ausgestaltung politischer Maßnahmen zum Erreichen von Klimazielen bleibt offen, bemerkt Dr. Martin Banse vom Thünen-Institut.

Erwünschte Maßnahmen zum Klimaschutz in Deutschland bedeuten auch Kosten, hieß es auf dem Symposium der Edmund Rehwinkel-Stiftung am Mittwoch in Berlin. Über deren Höhe und Auswirkungen fehlen bislang zuverlässige Informationen.

In allen Diskussionen über den Klimaschutz in Deutschland werde nach Ansicht des Agrarökonomen Prof. Dr. Michael Schmitz der Kostenfaktor nur unzureichend berücksichtigt. Zur Eröffnung des Symposiums verwies Schmitz auf alle Säulen der Nachhaltigkeit. Denn diese würden neben den Aspekten Umwelt und und Soziales auch eine Betrachtung der Wirtschaftlichkeit von Maßnahmen erfordern. Doch bei dem letztgenannten Punkt gebe es bisher erhebliche Defizite, mahnte er. Die Politik sehe zwar intensiv auf mögliche Reduktionsziele, verschweige jedoch die Kosten, die zu deren Erreichung entstehen würden. Auch gebe es im Zusammenhang mit dem Klimawandel noch eine Vielzahl offener Fragen, zeigte Schmitz sich kritisch.

Bezogen auf die weltweiten agrarrelevanten Treib-Haus-Gas (THG)-Emissionen mit 10,7 Mrd. t CO2-Äquivalenten (CO2-Äq) ist der Anteil Deutschlands mit 137 Mio. t CO2-Äq oder 1,3 Prozent relativ gering, hieß es im weiteren Verlauf des Symposiums. Rund 50 Prozent davon entfallen allein auf den Sektor Landwirtschaft in Deutschland, die übrigen verteilen sich auf andere Sektoren wie Energie, Düngemittel oder Landnutzungsänderungen. Dennoch sei es nach Meinung des Agrarwissenschaftlers Dr. Martin Banse vom Thünen-Institut (TI) in Braunschweig wichtig, auch an kleinen Stellschrauben zu drehen. Am wirkungsvollsten sei danach nach Ansicht der Braunschweiger Wissenschaftler eine CO2-Steuer auf spezifische agrarrelevante THG-Emissionen auf Ebene der EU. Doch grundsätzlich seien klimarelevante Gase aus der Landwirtschaft nicht völlig zu vermeiden, lauten Ergebnisse einer Studie der Landwirtschaftskammer Niedersachsen. Jedoch gebe es sinnvolle Ansätze, die Produktionsverfahren effizienter zu gestalten, beispielsweise in der Lagerung und Aufbereitung von Wirtschaftsdüngern.Mit Blick auf ein angekündigtes Klimaschutzgesetz betonte Banse, dass die Datenlage klar sei. Doch offenbleibe der Weg die angekündigten Ziele zu erreichen.

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