Klimaschutz

Stilllegung von Mooren kostet Millionen

Die Landwirtschaft sowie deren Nutzung von Böden verursachen aktuell 11 Prozent der gesamten Treibhausgasemissionen in Deutschland. Das Bundesagrarministerium will den Landwirten keine zusätzliche Kosten für den Klimaschutz aufbrummen.

"Die Produktion von landwirtschaftlichen Produkten kann nicht klimaneutral erfolgen. Diese ist immer mit einem gewissen Ausstoß von Klimagasen verbunden", sagte Dr. Wolfgang Zornbach vom Bundesagrarministerium (BMEL) auf der Klimaschutz-Fachtagung am Dienstag in Braunschweig. Die Landwirtschaft ist Opfer und Täter beim Klimawandel. Klimaschädliche Gase wie Lachgas und Ammoniak entstehen bei der Stickstoffdüngung, die Emission von Methan findet in der Tierhaltung statt und durch die Entwässerung von Moorböden kommt es zur Freisetzung von Kohlendioxid C02. Zugleich sind Landwirte Wetterextremen wie Starkregen und Dürre ausgesetzt und müssen sich in ihrer Wirtschaftsweise anpassen.  Landwirtschaft habe das Potenzial, Kohlenstoff zu speichern. Der nationale Klimaschutzplan sieht vor, dass die Landwirtschaft bis 2030 gegenüber 2014 jährlich 11 bis 14 Mio. t C02-Äquivalente einspart.

Stickstoffüberschüsse, Nitratauswaschung und Ammoniakausgasung müssten so gering wie möglich gehalten werden, fordert Prof. Heinz Flessa vom Thünen-Institut. Die Düngeverordnung schreibt den Einsatz von Harnstoff mit Nitrifikationshemmern sowie die bodennahe Ausbringung in Streifen von Gülle vor. Breitverteiler sind künftig verboten. Doch damit nicht genug. Landwirte müssen sich mit der Luftreinhalteverordnung (TA Luft), die auf die Vermeidung von Ammoniak abzielt, auf noch strengere politische Maßnahmen einstellen.

Ein großes Einsparpotenzial von Treibhausgasen wäre das Ende der landwirtschaftlichen Nutzung auf Moorstandorten. Derzeit würden alle Moore entwässert und seien starke Quellen für Treibhausgasen. „Bei den Mooren ist die Politik mit Visionen gefordert: Wie viele Moore will sich Deutschland in Zukunft leisten?“, fragt Flessa.

Klimakabinett tagt am 18. Juli

Deutschland muss Wege finden, um die Klimaziele einzuhalten. Dazu will Bundeskanzlerin Angela Merkel einen Entwurf zum Klimaschutzgesetz bis zum Jahresende vorlegen. Über die Eckpunkte, wie die Einsparung von Treibhausgasen erfolgen soll, beraten die zuständigen Minister für Bau, Energie, Verkehr und Landwirtschaft regelmäßig im Klimakabinett. Die nächste Sitzung ist am 18. Juli. An diesem Tag steht die C02-Bepreisung auf der Tagesordnung, kündigte Zornbach an. Das BMEL hat im Juni im Klimakabinett einen 10-Punkte Plan zum Klimaschutz in der Landwirtschaft vorgelegt. Er baut auf Synergien wie bei der Düngeverordnung und Freiwilligkeit auf. "Alles was wir was wir beim Klimaschutz tun, wird Geld kosten“, sagt der Klimaexperte. Die Wiedervernässung von Flächen in Mooren liege im mehrstelligen Millionenbereich. Der Landwirtschaft sollen keine zusätzlichen Belastungen durch den Klimaschutz entstehen, verspricht Zornbach.

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