Klimawandel

Große Pläne bis 2050


Wetterextreme durch den Klimawandel, wie hier in den USA zu sehen, stellen die Landwirtschaft vor große Herausforderungen.
Foto: USDA
Wetterextreme durch den Klimawandel, wie hier in den USA zu sehen, stellen die Landwirtschaft vor große Herausforderungen.

Die EU-Kommission strebt bis 2050 eine klimaneutrale Wirtschaft an. Der Agrarsektor soll dazu Biomasse bereitstellen und den Ausstoß von Methan durch geringere Viehdichten vermindern.

Die EU hat erst kürzlich ihre Klimagesetzgebung für die Zeit bis 2030 fertiggestellt. Jetzt legt die EU-Kommission eine Mitteilung vor, wie es bis 2050 weitergehen soll. Bis zur Mittel des Jahrhunderts sollen die restlichen Klimagase, die dann noch ausgestoßen werden, durch Karbonsenken wie Wälder wieder ausgeglichen werden. Eine klimaneutrale Wirtschaft strebt die EU-Kommission an und meint damit nicht nur Kohlendioxid, sondern auch das besonders schädliche Methan.

Die Landwirtschaft sei der größte Emittent von Methan, hält die EU-Kommission in ihren Mitteilungen fest und drängt auf eine Reduktion. Diese lässt sich nach Vorstellungen aus Brüssel über die Züchtung, niedrigere Viehdichten, besseres Güllemanagement und weniger Fleischverzehr erreichten. Die wichtigste Aufgabe der Landwirtschaft bleibe die Herstellung von Nahrungsmitteln, stellte EU-Klimakommissar Arrias Canete klar. Die Erzeugung von Bioenergie aus der Landwirtschaft dürfe die Nahrungsmittelerzeugung nicht beeinträchtigen.

Wunderwaffe Digitalisierung

Mit Hilfe der Digitalisierung und der Präzisionslandwirtschaft könne die agrarische Erzeugung klimafreundlicher werden, führt der Kommissar in seinen Mitteilungen weiter aus. Zur Karbonsenke könne auch die Landwirtschaft werden, wenn sie die organische Substanz im Boden anreichere.
Ihren ambitionierten Klimaplan müsse die EU nicht mit Einschränkungen bezahlen, ist Canete überzeugt. Er ist sicher, dass Investitionen in die Elektromobilität und in die Gebäudeisolierung eine Rendite abwerfen. Zudem spare die EU eine Menge Geld ein, wenn sie ihre Mineralöl- und Gasimporte vermindere und stattdessen erneuerbare Energie herstelle.

Die Einfuhren von fossilen Energieträgern sollen bis 2050 um 70 Prozent vermindert werden. Der Energiewandel schaffe Arbeitsplätze und wenn wenige Sektoren, wie etwa der Bergbau, zu leiden hätten, müssten in der Übergangsphase Hilfen bereit gestellt werden.

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  1. EU-Bauer Klaus1618
    Erstellt 29. November 2018 13:41 | Permanent-Link

    Nicht nachvollziehbar, warum unsere Politikerköpfe noch immer das Pferd von hinten aufzäumen:
    Erziehen Sie doch zunächst einmal verantwortungsbewusst die Vielzahl der Verbraucher um mit der Zielsetzung hin zu einem bewussteren, damit einhergehend durchaus reduzierteren Fleischkonsum!
    Solange subventioniertes Fleisch in besten Qualitäten zu ruinösen Dumpingpreisen jedem Erzeuger in satten Übermengen in sämtlichen Discounterregalen offeriert wird, so spottbillig, dass es heute nicht einmal mehr schmerzt, wenn selbiges in Teilmengen einzig unsere Biomülltonnen belastet, man ohnedies die hierzulande weniger gewertschätzten tierischen Abfallprodukte weltweit verfrachtet und billig verschachert, ignorant dabei die dortig jeweiligen heimischen Märkte gnadenlos ruiniert, ...ja, solange wird sich an einer derzeitigen Nutztierproblematik schwerlich etwas verändern lassen.

    Dabei die Bauern als alleinige Prügelknaben am medialen Pranger der Brunnenvergifter und Umweltverschmutzer zu belassen, bestens geübt u.a. das Methangas-Gespenst einzig in der gegenwärtig kommunizierten Art und Weise -erheblich zu kurz gedacht- herumgeistern zu lassen, empört doch sehr.

    Problemlösungen müssen gefunden werden, da ist man zunächst einmal zumindest ansatzweise geistig auf einer Linie, die Strategien als solche im einzelnen, die letztendlich auf eine solche Zielsetzung ausgerichtet sein sollten, setzen dato allerdings nicht an dem Punkt an, den viele Protagonisten in vorderster Front erst noch erkennen müssen. Es gibt mannigfaltige Baustellen zu bewältigen, ehe man die Tierzahlen in unseren Ställen auf ein vertretbares Maß reduzieren kann ohne dabei sämtliche ökonomischen Aspekte der Betriebe mit verantwortungsbewusstem Blick aus den Augen zu verlieren.

    Die tierische Produktion komplett ins Ausland zu verlagern, wird jedenfalls nicht diese besorgniserregenden Emissionen eindämmen, weit eher steht sodann gar das Gegenteil in Erwartung.

    Die enorme Methangasfreisetzung in den Regionen der Permafrostböden, bedingt durch einen rasant voranschreitenden Klimawandel im übrigen, die man keinesfalls in dieser Thematik unterschätzen kann u. darf, ist jedenfalls nicht im Umfeld der Landwirtschaft zu verorten...

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