Klimawandel

Landwirtschaft spielt Sonderrolle

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In den Diskussionen um den globalen Klimawandel muss die Landwirtschaft gesondert betrachtet werden. Ihre Emissionen können niemals klimaneutral sein.

In den Diskussionen um den globalen Klimawandel muss die Landwirtschaft gesondert betrachtet werden. Ihre Emissionen können niemals klimaneutral sein. Diese Position vertritt der Ökonom Prof. Gernot Klepper, Leiter der Forschungsabteilung „Umwelt- und Ressourcenökonomie“ am Institut für Weltwirtschaft in Kiel. Auf einer  Pressekonferenz des Deutsche Klimakonsostiums (DKK) am Donnerstag in Berlin verwies er auf die Rolle der Landwirtschaft als Nahrunsmittelproduzent und Lebensgrundlage. Das für das Jahr 2050 formulierte Ziel einer klimaneutralen Produktion aller Bereiche könne die Landwirtschaft nur bedingt erreichen. Die einige Möglichkeit bestehe in der Gegenrechnung über sogenannte "negative CO2 Emissionen". Diese seien durch technische Verfahren zur CO2-Bindung aus der Atmosphäre denkbar.

Prof. Mojib Latif
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Prof. Mojib Latif

Auch der an der Konferenz teilnehmende Klimaforscher Prof. Mojib Latif vom Geomar Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung in Kiel sieht die Notwendigkeit für Entzug von CO2 aus der Atmosphäre um eine klimaneutrale Wirtschaftsweise zu erzielen. Dieses Vorgehen biete darüber hinaus auch Chancen, CO2 als Rohstoff für andere Anwednungen sinnvoll einzusetzen, so Latif heute in Berlin.

Global gesehen wird der Anteil der Landwirtschaft an den Treibhausgasemissionen mit etwa 24 Prozent beziffert. Gut 50 Prozent davon entfallen jedoch auf die Kalkulation von Landnutzungsänderungen. Dazu zählen besonders Maßnahmen der Entwaldung  großer Regionen und die anschließende Nutzung für landwirtschaftliche Zwecke. Der direkte Beitrag der Landwirtschaft zu Treibhausgasemissionen wird derzeit mit etwa 12 Prozent beziffert.
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