Katholikentag Münster

Landwirtschaft ist Kolumbiens Schlüssel zum Frieden

Bei der Bewahrung des noch brüchigen Friedens in Kolumbien spielt die Landwirtschaft eine entscheidende Rolle. Das erklärte Kolumbiens Präsident Juan Manuel Santos beim Katholikentag in Münster.

Nach 50 Jahren Bürgerkrieg einigten sich in Kolumbien Regierung und linksgerichtete Rebellen Ende 2016 auf ein umfassendes Friedensabkommen. Präsident Juan Manus Santos berichtete am Donnerstag in Münster über den schwierigen Weg zum Frieden. Der Friedensnobelpreisträger war als Gast des Katholikentages nach Westfalen gekommen.

Das Abkommen habe für viele ländliche Regionen in Kolumbien ein Ende der Gewalt gebracht, stellte Santos fest. Davon profitiere auch die Landwirtschaft, die zu einem Motor der wirtschaftlichen Entwicklung geworden sei, und bei der Umsetzung des Friedensprozesses eine entscheidende Rolle spiele. Für Bauern, die bisher Koka produziert haben, seien Anreize geschaffen worden, andere Kulturen anzupflanzen. Das Ende des Krieges ermögliche es ihnen, ihre Waren wieder auf Märkten anzubieten. Durch die Vergabe von Land sollen Flüchtlinge zur Rückkehr in ihre Dörfer bewegt und ehemalige Rebellen in die Gesellschaft integriert werden. Für den Agrarsektor des zweitgrößten südamerikanischen Landes sieht der Präsident ein riesiges Potential: „Wir können zur Speisekammer der Welt werden und dazu beitragen, den weltweit wachsenden Bedarf an Lebensmitteln zu decken.“


Neben der Landreform sind der Ausbau der Infrastruktur und die Wiedereinrichtung staatlicher Institutionen in den am stärksten vom Bürgerkrieg betroffenen Regionen wichtige Zukunftsaufgaben, die von der Bundesrepublik finanziell unterstützt werden. Kritiker, die eine zu langsame Umsetzung des Friedensabkommens bemängeln, bat Santos um Geduld. "Es ist einfacher Krieg zu führen, als Frieden zu schaffen", sagte Santos. Der kolumbianische Erzbischof von Tunja, Luis Augusto Castro Quiroga, kritisierte unter anderem die Verzögerungen bei der Landreform.

Auch deutsche Entwicklungshilfeorganisationen wie Misereor, Brot für die Welt und Caritas international forderten am Rande der Diskussionsveranstaltung von der kolumbianischen Regierung größere Anstrengungen bei der Umsetzung des Friedensvertrages.

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