Label

Mehr Tierwohl auch bei Transport und Schlachtung


Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) hat vergangene Woche das staatliche Tierwohl-Siegel präsentiert. Es umfasst auch Regelungen zum Schlachthoftransport, zur Betäubung und der Schlachtgeschwindigkeit.

Der 13 Punkte umfassende Katalog des staatlichen Tierwohlsiegels widmet sich dem gesamten Lebenszyklus des Nutztieres – von der Geburt bis zur Schlachtung. Neben Anforderungen im Stall geht es auch um Kriterien bei dem Transport und der Schlachtung. Die haben vor allem Stressvermeidung und ein möglichst schmerzfreies, sicheres Töten der Tiere zum Ziel.

Kriterien für den Transport zum Schlachthof

Bei Transportdauer und Fahrzeugausstattung ist der bisherige gesetzliche Mindeststandard, dass ein Tier bis zu 24 Stunden auf einem Lastwagen verbleiben darf. Dauert der Transport länger als acht Stunden, muss für Einstreu und Tränken gesorgt werden. Wer nun das staatliche Tierwohl-Label auf seiner Ware präsentieren will, darf die Tiere nur maximal acht Stunden auf dem Lastwagen halten, Einstreu und Tränken sind schon nach vier Stunden bereitzustellen. Diese Kriterien gelten schon von Stufe 1 an. Neu ist zudem, dass die Fahrer der Transporter alle zwei Jahre mindestens sechs Stunden Fortbildung absolvieren müssen. Auch das gilt bereits von der ersten Stufe an.

Kriterien für die Schlachtung

Insbesondere für den Schlachtvorgang und die logistischen Voraussetzungen auf den Schlachthöfen hat das staatliche Tierwohl-Siegel eine ganze Reihe von Neuerungen parat. Wer das Label verwenden will, muss nun seine Tierschutzbeauftragten alle zwei Jahre für mindestens sechs Stunden auf eine Fortbildung schicken. Derartige Pflichten gab es vorher nicht.



Neu ist ebenfalls, dass es einen Witterungsschutz für wartende Lastwagen geben muss. Nicht entladene Tiere müssen demnach vor Kälte und Hitze geschützt werden. Falls nötig, müssen hierfür auch Maßnahmen wie die Vermeidung von Zugluft, Beschattung, Ventilatoren und Wasserduschen zum Einsatz kommen.

Leiser soll es auch werden: Ein neues Kriterium fordert, dass Lärm im Wartestall sowie bei Zutrieb und Betäubung vermieden werden soll. Neu sind auch konkrete Kriterien für den Wartestall. Bisher waren Platzangebot, maximale Wartezeit, Bauweise, Tränken und Stallklima nicht konkret geregelt. Das staatliche Tierwohl-Label verlangt nun Festlegungen zur diesen Parametern. Wie genau diese ausgestaltet werden sollen, bleibt bisher offen.

Die Betäubung soll sicherer werden. Bei der Elektrobetäubung ist die Schlachtgeschwindigkeit entscheidend. Werden mehr als 75 Schweine in der Stunde geschlachtet, müssen sie dabei einzeln mittels fest installierter Geräte ruhiggestellt werden. Bringt das Schwein mehr als 150 kg Lebendgewicht auf die Waage, müssen bei der Kopfdurchströmung mindestens 2,0 Ampere angelegt werden. Bisher galt unabhängig vom Körpergewicht der Mindestwert von 1,3 Ampere. Neu ist zudem, dass zu einer besseren Betäubungssicherheit auch das Herz durchströmt werden muss.

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