Landtagswahl

Funke gewinnt Direktmandat


Johannes Funke weiß, wem er seinen Wahlsieg zu verdanken hat.
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Johannes Funke weiß, wem er seinen Wahlsieg zu verdanken hat.

In Brandenburg hat die SPD die Landtagswahl am Sonntag als stärkste Partei vor der AfD gewonnen. Die Grünen rechnen mit schwierigen Koalitionsverhandlungen in Sachsen.

"Ohne meine Bauern, wäre die Wahl so nicht gelaufen. Ihnen danke ich ganz besonders", schreibt Johannes Funke in einer persönlichen Stellungnahme zu seinem Wahlsieg von 25,2 Prozent für die SPD im Kreis Havelland 1. Funke ist Agraringenieur und Kreisgeschäftsführer des Bauernverbandes in Nauen. Funke, der als parteiloser Kandidat für die SPD kandidierte, übernimmt nun das Direktmandat von Udo Folgart im Potsdamer Landtag, der bis 2016 Präsident des Bauernverbandes in Brandenburg war. Folgart ist Geschäftsführer der Agro-Glien GmbH in Paaren. Der parteillose Funke will sich für mehr Verarbeitungsbetriebe von Agrarerzeugnissen im Land einsetzen. Es könne nicht sein, dass Produkte aus Bayern und Schleswig-Holstein in die Millionenstadt Berlin eingeführt werden. Aber auch wegen des Zuzugs von Berlinern nach Brandenburg setzt sich der 48-jährige Funke für den Ausbau von Gesundheitszentren und Kitas ein.

Der amtierende Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) ist ebenfalls in seinem Wahlkreis Wahlkreis Spree-Neiße I mit 36,2 Prozent der Stimmen vor dem AfD-Kandidat bestätigt worden. Er war vor seinem Amt als Ministerpräsident Agrarminister in Brandenburg. Woidke dürfte Koaltitionsgespräche mit der Linken und den Grünen führen, die 10,8 Prozent der Stimmen bei der Wahl am Sonntag erhielten.

Schmidt gewinnt Wahlkreis

In Sachsen erhielt die CDU die meisten Stimmen. Ministerpräsident Michael Kretschmer war unentwegt im Wahlkampf präsent. Auf dem Bauerntag in Schkeuditz im Juni erhielt er von den Delegierten Standing Ovation. Er setzt sich für ein Ende der Sanktionen gegen Russland ein. Durch den Verlust von Agrarexporten habe die Landwirtschaft in Sachsen sehr gelitten. Der amtierende Agrarminister Thomas Schmidt konnte als Direktkandidat der CDU im Wahlkreis Rochlitz/Penig/Burgstädt erhielt 36,9 Prozent der Erststimmen und liegt damit weit vor AfD-Direktkandidat Christian Wesemann, der 29,4 Prozent der Erststimmen erhielt.

"Es war ein fairer Wahlkampf im Wahlkreis - zumindest mit den anderen demokratischen Bewerbern", sagte Schmidt. Ob er weiter Agrarminister bleibt ist offen. "Im Moment ist die Koalitionsfrage noch gar nicht klar, und dann müssen das die Gremien der Parteien entscheiden", so Schmidt. Die CDU könnte weiter mit der SPD eine Koalition bilden oder mit den Grünen, die mit 8,6 Prozent der Stimmen ihr bestes Ergebnis in Sachsen holten.  Man werde so offen wie es geht in die Verhandlungen hineingehen. "Wir versuchen, alles möglich zu machen, gleichzeitig sind wir nicht zu allem bereit", sagte die grüne Fraktionsvorsitzende im Deutschen Bundestag, Katrin Göring-Eckardt, am Montag gegenüber tagesschau.de in Hinblick auf nicht leichte Koaltionsverhandlungen mit der CDU in Sachsen. Klima- und Umweltschutz sowie der Kohleausstieg dürften die Herzensangelegenheiten der Grünen im Freistaat sein.

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