Lebensmittelhygiene

Scharmützel zwischen Klöckner und Foodwatch


Foodwatch will mit Kampagnen wie hier gegen TTIP das "Essen retten", schießt aber häufig wie bei der jetzigen Enthüllungskampagne zur Lebensmittelkontrolle übers Ziel hinaus.
Foodwatch
Foodwatch will mit Kampagnen wie hier gegen TTIP das "Essen retten", schießt aber häufig wie bei der jetzigen Enthüllungskampagne zur Lebensmittelkontrolle übers Ziel hinaus.

Laut Foodwatch plant das Ernährungsministerium, die Lebensmittelüberwachung zu schwächen. Dem widerspricht die Ministerin: Das Gegenteil sei der Fall. Die Überwachung werde effizienter.

Lebensmittelkontrolleure sollen künftig deutlich seltener zu Pflichtkontrollen in die Lebensmittelbetriebe gehen. Mit dieser Meldung machte Foodwatch von sich reden und verwies auf einen „noch unveröffentlichten Referentenentwurf einer neuen Verwaltungsvorschrift“. Foodwatch entnimmt dem Entwurf, dass beispielsweise in Fleischbetrieben, die der höchsten Risikoklasse zugeordnet sind, statt täglich nur noch „mehr als monatlich“ kontrolliert werden soll. In Restaurants, in denen schwere Hygienemängel nachgewiesen wurden, würden demnach statt vierteljährlich nur noch halbjährliche Kontrollen stattfinden. Auch der Spiegel griff den Vorwurf auf und berichtete. Bereits jetzt litten die Lebensmittelkontrollbehörden an bekanntem Personalmangel.

BMEL: Papier falsch interpretiert

Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) konterte umgehend. „Die Vorabmeldung des Spiegel zur Lebensmittelüberwachung ist fachlich falsch“, heißt es in einer Pressemitteilung. Foodwatch interpretiere die Regelung falsch. Viel eher ginge es darum, die Effizienz der Lebensmittelüberwachung zu steigern. Die vorhandenen Ressourcen müssten besser eingesetzt werden. Betriebe mit schweren Hygienemängeln sollten demnach noch intensiver überwacht werden. Durch die Neufassung der Verwaltungsvorschrift AVV RÜb werde die Risikobeurteilung von Lebensmittelbetrieben modernisiert und bundesweit stärker als bisher vereinheitlicht. Konkret gehe es darum, zu identifizieren, welche Betriebe ein höheres Risiko darstellen und entsprechend kontrolliert werden müssen. So könne die Effizienz in der Lebensmittelüberwachung weiter verbessert werden.



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