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Einer der führenden deutschen Ferkelerzeuger bekräftigt seine Forderung nach einem Verzicht auf die  chirurgische Kastration. Gefordert werden faire Regeln für die Sauenhalter.

Die LFD Holding, einer der führenden deutschen und europäischen Ferkelzuchtunternehmen, erneuert anlässlich der Grünen Woche ihr Plädoyer für ein generelles Verbot der Ferkelkastration sowie der Schlachtung, Verarbeitung und des Handels mit kastrierten Tieren. Dazu hatte das Unternehmen bereits im Vorjahr eine Petition gestartet und seine Position in einem Videobeitrag erläutert.

Anlass für die erneute Initiative des Unternehmens ist die in Reihen der Politik weiter favorisierte Beibehaltung der Ferkelkastration unter Betäubung mit Isofluran sowie die anhaltende Unsicherheit, wie das per Ende 2020 per Gesetz vorgeschriebene Ende der betäubungslosen Ferkelkastration in der Praxis und am Markt tatsächlich aussehen wird. „Hier fehlt immer noch eine faire Regelung für die Betriebe, da der Handel und die Schlachtindustrie über ihre Preissysteme die Landwirte weiterhin zur Kastration werden zwingen können“, so das Unternehmen.

Sachkundige Isofluran-Narkose kaum zu kontrollieren

Die Betäubung mit Isofluran soll auch von den Mitarbeitern der jeweiligen Betriebe durchgeführt werden können. Diese Methode stellt für die LFD Holding keine Lösung dar. Isofluran sei ein Treibhausgas und für die Mitarbeiter schädlich. Die Vollnarkosen seien für die Ferkel schädlich, und es bleibe eine Wunde mit all ihren Nachteilen. "Nicht zu Unrecht erfährt dieser Vorschlag auch die Kritik von Veterinärorganisationen und Tierschutzverbänden", so die LFD. Außerdem sei die tatsächlich sachkundige Anwendung dauerhaft kaum zu kontrollieren.Es bleiben aus Sicht der LFD nur zwei sinnvolle Methoden: Ebermast und Immunokastration. „Ein ganz großer Schritt in Richtung Tierschutz wird getan, wenn wir in Deutschland generell nur noch intakte Tiere aufziehen“, erklärt Jörn Göbert, Geschäftsführer der LFD-Holding und weiter: "Da eine umfangreiche Umstellung auf Ebermast aufgrund der abweichenden Fleischqualität nicht sinnvoll ist – wir rechnen mit maximal 10 Prozent – befürworten wir die flächendeckende Einführung der Immunokastration mit Improvac in Deutschland."

Klare Vorgaben für Marktteilnehmer

Um das zu erreichen, sei ein möglichst rasches gänzliches Verbot der Schlachtung, Verarbeitung und des Handels von kastrierten Tieren in Deutschland der beste Weg. Dann würden klare Vorgaben für alle Marktteilnehmer herrschen und es sei "für die Tiere wirklich was erreicht", so die seitens der LFD Holding erstmalig im Oktober 2019 formulierte Forderung an die Politik, die Schlacht- und Verarbeitungsindustrie sowie den Handel. Die Ebermast sowie die Immunokastration seien in anderen EU-Ländern wie Holland, Spanien, Großbritannien bereits weit verbreitete Verfahren und hätten ihre Praxistauglichkeit bewiesen.

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