Lieferengpass

Dramatischer Preisanstieg für Vitamine

Nach einem Brand im BASF-Werk in Ludwigshafen musste die Produktion von Vitamin A und E eingestellt werden.
BASF
Nach einem Brand im BASF-Werk in Ludwigshafen musste die Produktion von Vitamin A und E eingestellt werden.

Nach einem Brand bei BASF fällt die Produktion für Vitamin A und E monatelang aus. Die Vorräte gehen zur Neige und die Preise für Mineralfutter und Vormischungen steigen.

Die europäische Mischfutterindustrie muss sich für die kommenden Monate auf eine extrem knappe Versorgung mit den Vitaminen A und E einstellen. Hauptgrund für den Engpass ist ein Brand im BASF-Werk in Ludwigshafen. Bei dem Feuer, das am 31. Oktober ausgebrochen war, wurde die Anlage zur Herstellung von Citral in Mitleidenschaft gezogen. Die Chemikalie ist ein wichtiger Rohstoff für die Vitaminproduktion. BASF hatte am 10. November für Vitamin A und E Force Majeure (Höhere Gewalt) erklärt. Dies ermöglicht es dem Unternehmen, von Lieferverträgen zurückzutreten.

Bei der BASF geht man derzeit davon aus, dass die Citral-Produktion frühestens im März 2018 wieder hochgefahren werden kann, erklärte eine Unternehmenssprecherin auf Anfrage der agrarzeitung. Bis auch wieder Vitamine hergestellt werden, könnten weitere Monate vergehen. BASF ist zwar nicht der einzige europäische Produzent der Vitamine A und E, aber auch die anderen Hersteller sind auf die Lieferung von Citral aus Ludwigshafen angewiesen. Der europäische Markt ist deshalb wie leergefegt.

China kann Lücken nicht füllen

Erschwerend kommt hinzu, dass auch in China nur wenig Citral zur Verfügung steht. Dort wirkt sich die strengere Umweltpolitik der Kommunistischen Partei auf die Produktion aus. Staatliche Inspektionen wurden verschärft und Chemiebetriebe mit zu großen Schadstoffemissionen stillgelegt, so ein Marktkenner gegenüber der agrarzeitung.

Wegen des knappen Angebotes kostet Vitamin A zurzeit bereits das 13-fache wie im Sommer. Dies wirkt sich direkt auf die Preise für Mineralfutter und Vormischungen und damit letztendlich auf die des Mischfutters aus. Während beim Vitamin A kaum Möglichkeiten gesehen werden, den Bedarf außerhalb Europas zu decken, wird die Lage beim Vitamin E etwas weniger dramatisch gesehen. Hier könnten möglicherweise andere Hersteller in die Bresche springen.
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