Märkte am Morgen: Getreide

Preis für russischen Weizen sinkt


Weizen: Dezemberweizen schloss gestern in Chicago bei 4,27 US-$/bushel mit einem Minus von 3,5 Cent. Auch in Paris waren die Kurse rückläufig. Der Dezember gab dort um 1,00 € auf 161,75 €/t nach. Vor dem Wasde, der morgen 18 Uhr deutscher Zeit veröffentlicht wird, sind die Händler eher bärisch gestimmt, obwohl erwartet wird, dass die Prognose für die weltweiten Bestände zum Ende der Saison vom USDA um 500.000 t auf 267,6 Mio. t reduziert wird.

Ägypten hat noch Importbedarf für 2017

Der staatliche ägyptische Getreideeinkäufer GASC hat eine unbestimmte Menge Weizen ausgeschrieben, die in der zweiten Dezemberhälfte geliefert werden soll. Gesucht wird Weizen aus den Vereinigten Staaten, Kanada, Australien, Frankreich, Deutschland, Polen, Argentinien, Russland, Kasachstan, der Ukraine, Rumänien, Bulgarien, Ungarn oder Paraguay. Angebote können bis 11 Uhr deutscher Zeit abgegeben werden. Die Ergebnisse sollen noch heute Nachmitag veröffentlicht werden. Bei der letzten Ausschreibung kaufte Ägypten 230.000 t russischen Weizen.

Russland steigert Exporte nach Indonesien

Nach einem zwischenzeitlichen Anstieg sind die Exportpreise für russischen Weizen in der vergangenen Woche wieder leicht gesunken. Die Schwarzmeerpreise für russischen Weizen mit 12,5 Prozent Protein für die Lieferung im Dezember sanken zum Ende der vergangenen Woche um 1 US-$ auf fob 192 US-$/t, berichtete IKAR. Begründet wurde der Rückgang mit einem härter werdenden Wettbewerb, vor allem durch australischen Weizen.

Bis zum 1. November exportierte Russland seit dem Beginn der Vermarktungssaison 16,9 Mio. t Getreide, das war 28,4 Prozent mehr als im Vorjahr. Die Weizenausfuhren stiegen um 22,7 Prozent auf 13 Mio. t

UkrAgroConsult verweist darauf, dass die russischen Exporte nach Indonesien besonders stark gestiegen seien. Bis Ende September seien bereits 468.000 t in das südostasiatische Land geliefert worden, das waren 36 Prozent mehr als im gesamten Wirtschaftsjahr 2016/17. Indonesien sei in den vergangenen Jahren ein wichtiger Abnehmer für Weizen aus der Ukraine gewesen, stellt UkrAgroConsult fest.

Ukraine spürt russische Konkurrenz

Unter dem Druck der russischen Konkurrenz leiden die Getreideausfuhren der Ukraine, die sich nach Angaben der Staatlichen Steuerbehörden bis zum 2. November auf 13,69 Mio. t summieren. Gegenüber dem Vorjahreszeitraum ist das ein Rückgang um 6,6 Prozent. Die Weizenexporte verringerten sich im bisherigen Wirtschaftsjahr um 5,6 Prozent auf 8,26 Mio. t, die von Gerste um 4,6 Prozent auf 3,57 Mio. t und die von Mais um 13,3 Prozent auf 1,82 Mio. t. Zugenommen haben dagegen de Mehlexporte. Sie stiegen um 21,9 Prozent auf 123.000 t.
Gute Aussaatbedingungen in Indien
In Indien machen gute Aussaatbedingungen Hoffnungen auf eine erneut große Ernte. Staatliche Behörden hoffen, dass nach der Rekordernte im vergangenen Jahr mit 98,4 Mio. t nun 97,5 Mio. t eingefahren werden. Die Anbaufläche hatte zuletzt einen Rekordwert von 31,8 Mio. ha erreicht. Um die Weizenanbau zu stimulieren hatte die Regierung den Garantiepreis für die Erzeuger angehoben.

Mais: Gute Fortschritte bei der Maisernte und hohe Erträge beeinflussen die Maisnotierungen in den USA. Der Dezember verliert am Dienstag 0,25 Cent auf 3,48 US-$/bushel. An der Matif kann Mais dagegen um 1,25 € auf 158,25 €/t zulegen.

Gestützt wurde der Markt in den USA von einem weiteren Export, den das USDA gestern meldete. 130.000 t mit unbekanntem Empfänger sollen im aktuellen Wirtschaftsjahr verschifft werden. Analysten erwarten vom Wasde eine weitere Anhebung der Erträge. Die durchschnittlichen Erwartungen liegen bei 10,82 t/ha gegenüber 10,78 t/ha im September-Wasde. Bei den Endbeständen in den USA wird mit einem Anstieg um 533.000t auf 59,97 Mio. t gerechnet.

Euro/US-Dollar: Der Eurokurs pendelt weiter um die Marke von 1,16 US-$. Heute Morgen notiert er bei 1,1590 knapp darunter.

stats