Der Verbraucher interessiert sich für seine Ernährung - den Schluss lässt die Menge der Berichterstattung zu.
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Der Verbraucher interessiert sich für seine Ernährung - den Schluss lässt die Menge der Berichterstattung zu.

Die Agrar- und Ernährungsbranche steht bei Medien und NGOs unter strenger Beobachtung. Besonders die Tierhaltung wird auch 2018 weiterhin kontrovers diskutiert.

Artgerechte und qualfreie Tierhaltung, natürliche Inhaltsstoffe, Umweltauswirkungen mit möglichst geringem ökologischen Fußabdruck, weniger Verpackungsmüll, und transparente Produktkennzeichnung – das sind die fünf Themen, die hierzulande Medienmacher, Blogger und Influencer wie NGOs im öffentlichen Diskurs beschäftigen.

Über die Agrar- und Ernährungsbranche wurde im vergangenen Jahr 1.163 Mal kritisch berichtet, meldet die Lebensmittelzeitung. Am häufigsten ging es dabei um Themen wie Tierwohl, Lebensmittelinhaltsstoffe, Umweltauswirkungen der Landwirtschaft, Verpackungsmüll und die Kennzeichnung von Lebensmitteln. Das ermittelte AFC Risk&Crisis Consult. Die Bonner Berater werteten dafür TV-Formate, Zeitungs- und Zeitschriftenbeiträge, Berichte in Online-Portalen, Blogs sowie Informationen von Verbraucherzentralen, Behörden und NGOs aus. Wie in den Vorjahren waren die Fleischlieferanten und -verarbeiter mit 429 branchenbezogenen Meldungen am häufigsten Gegenstand des Interesses.

Verpackungsmüll als besonderes Ärgernis

Das Thema Tierhaltung gehörte nach Maßgabe der Beratungsgesellschaft für Risiko-, Krisen- und Kommunikationsmanagement in der Agrar- und Ernährungswirtschaft, auch 2018 zu dem am meisten diskutierten Themen. Die Berichterstattung dazu machte 14,8 Prozent aller kritischen Meldungen über die Agrar- und Ernährungsbranche aus. Die am häufigsten thematisierten Themen nach der Tierhaltung waren Lebensmittelinhaltsstoffe (9,9 Prozent), Umweltauswirkungen der Landwirtschaft (7,8 Prozent), Verpackungsmüll (6,9 Prozent) und Kennzeichnung von Food (6,5 Prozent). Allein auf diese fünf Themen entfiel fast die Hälfte (45,8 Prozent) aller erfassten Meldungen.

Häufig ging es in den Berichten, Artikeln und Dokumentationen von Medien und Interessensgruppen auch um die Hersteller von Milch und Milchprodukte (274 Meldungen), Obst- und Gemüseproduzenten (250), Süßwaren-, Dauerbackwaren- und Speiseeishersteller (228) sowie Mühlen- und Stärkeunternehmen (207 Beiträge). Aktuell sticht laut AFC das Themenfeld „Verpackungsmüll“ heraus. Entfielen darauf 2014 erst 1 Prozent der gesamten Meldungen, hat das Thema in der Öffentlichkeit deutlich an Präsenz gewonnen. Grund für das deutlich gestiegene Interesse daran: die anhaltende, zunehmend emotionalisierte Berichterstattung sowie die politische Entwicklung – beispielsweise das von der EU-Komission bewirkte Verbot von Einweg-Plastikartikeln.

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