MARS-Report

Frühjahrsbestellung deutlich verzögert


Die Landwirte haben in diesem Frühjahr gute Nerven gebraucht. Ertragseinbußen wegen der späteren Aussaat sind aber bislang nur regional zu erwarten.

 

Zwei Kältewellen haben Landwirte in diesem Frühjahr zittern lassen. Nach den extremen Frostgraden Ende Februar/Anfang März sind größere Teile von Mittel- und Osteuropa auch noch in der zweiten Märzhälfte von ungewöhnlich niedrigen Temperaturen bis unter 8 Grad Celsius erfasst worden. Betroffen waren auch weite Teile Deutschlands. Zu diesen Kältewellen gesellten sich in einigen europäischen Ländern wie Spanien, Italien, Frankreich und England sowie in Südosteuropa auch noch kräftige Niederschläge sowie begrenzt auf Teile Polens eine zu große Trockenheit (siehe Karte).

Die Landkarte zeigt die Wetterextreme dieses Frühjahres. Dunkelblau schraffiert bedeutet zu nass, rot schraffiert zeigt Regendefizite. Die hellblau schraffierte Fläche zeigt die Regionen, die von der Kältewelle betroffen waren.
Quelle: MARS
Die Landkarte zeigt die Wetterextreme dieses Frühjahres. Dunkelblau schraffiert bedeutet zu nass, rot schraffiert zeigt Regendefizite. Die hellblau schraffierte Fläche zeigt die Regionen, die von der Kältewelle betroffen waren.
Vor allem die Kältewelle hat die Frühjahrsbestellung erheblich verzögert, stellt der EU-Prognosedienst MARS fest. Allerdings ist nach Einschätzung der Agrarexperten in den meisten Fällen noch Zeit, um die Aussaat abzuschließen. Größere Ertragseinbußen sind aus heutiger Sicht wegen der Verspätung kaum zu befürchten, beruhigt MARS in seinem am Montag veröffentlichten Monatsbericht. Das gelte auch für die Winterkulturen, die ihre verzögerte Entwicklung noch aufholen könnten. Eine Ausnahme sieht MARS allerdings bei Sommergerste in Frankreich, England und Schottland. Hier könnte es wegen der deutlich späteren Aussaat zu Mindererträgen kommen.

Die Landkarte zeigt Verzögerungen bei der Bestellung von Frühjahrskulturen (grün) und Sommerkulturen (ocker).
Quelle: MARS
Die Landkarte zeigt Verzögerungen bei der Bestellung von Frühjahrskulturen (grün) und Sommerkulturen (ocker).
Für Zuckerrüben ist es noch zu früh, um Ertragsschätzungen abzugeben. Die Aussaat hat sich in den drei großen Anbauländern nach Beobachtung von MARS um ein bis zwei Wochen verzögert. In Deutschland und Frankreich war es zu nass, in Polen waren die Böden zu kalt.

In Südfrankreich, Spanien und Italien sowie in Rumänien und Bulgarien findet außerdem die Maisaussaat wesentlich später als üblich statt. In Deutschland hingegen, wo die Maisaussaat ohnehin erst Mitte April startet, sind die Bedingungen jetzt optimal.

Nordosten Deutschlands im Nachteil

In Deutschland registriert MARS deutliche Unterschiede zwischen der Nord- und der Südhälfte. Im Norden und Osten sind die Winterkulturen weiter zurück, weil die Witterung bereits zur Herbstbestellung äußerst ungünstig war und seither immer wieder Wetterextreme wie Frost oder sehr hohe Niederschläge aufgetreten sind. Unproblematisch ist dagegen die Situation in der Südhälfte Deutschlands, wo die Winterkulturen gut dastehen.

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