MARS-Report

Hitze setzt dem Raps zu

Bild: Wolfgang Teuber / pixelio.de

Auch wenn es in einigen Teilen in Europas zu trocken ist, können die Landwirte auf überdurchschnittliche Getreideerträge hoffen. Bei Raps und Roggen werden Einbußen befürchtet.

Das warme Aprilwetter hat sich bei den meisten Kulturen und in den meisten Ländern Europas positiv auf die Entwicklung der Bestände ausgewirkt. Der Crop-Monitoring-Service der EU (Mars) sieht in seinem heute veröffentlichten Monatsbericht durchschnittliche Weichweizenerträge von 5,93 t/ha, das wäre zwar geringfügig weniger als im April, würde aber den Fünfjahresdurchschnitt um 3,5 Prozent übertreffen. Bei Gerste wurde die Prognose minimal auf 5,04 t/ha angehoben, das wären 2,6 Prozent mehr als im Durchschnitt. Die aktuelle Rapsprognose wurde gegenüber dem April von 3,33 auf 3,19 t/ha reduziert. Der Fünfjahresdurchschnitt würde damit um 4,2 Prozent verfehlt.

In Mitteleuropa, auf dem Balkan und in Süditalien war es im April deutlich wärmer als üblich. In einem Streifen von der Schweiz bis nach Weißrussland, in Ungarn und Teilen Rumäniens und der Ukraine hat es außerdem zu wenig geregnet. Schäden durch Trockenheit würden bisher keine ernsten Auswirkungen auf das Wintergetreide haben. In England, dem Süden Frankreichs, dem Norden Spaniens und in Algerien fielen dagegen überdurchschnittliche Niederschläge. Dadurch seien zwar die Feldarbeiten behindert, aber auch die Wasservorräte im Boden aufgefüllt worden, heißt es in dem Bericht. Deutlich überdurchschnittliche Weizenerträge werden derzeit in Bulgarien (6,54 t/ha, plus 21 Prozent) und Rumänien (4,7 t/ha, plus 20 Prozent) erwartet. Für Deutschland werden 7,83 t/ha (minus 2 Prozent) angegeben. Für deutsche Gerste liegt die aktuelle Prognose bei 6,91 t/ha (minus 0,4 Prozent) und für Roggen bei 5,5 t/ha (minus 2,8 Prozent).


Das Ertragspotential für deutschen Raps sehen die Mars-Experten aktuell bei 3,56 t/ha, das wären zwar 8,8 Prozent mehr als im Vorjahr, aber 6,9 Prozent weniger als im Fünfjahresdurchschnitt. Gründe für den Pessimismus sind Meldungen über Rapsbestände mit wenigen Blüten, kurzer Blütezeit, abgefallenen und ausgetrockneten Blüte. Am stärksten betroffen seien davon Mitteldeutschland und Niedersachsen, wo mehr als 5 Prozent der Rapsbestände umgebrochen wurden.

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