MARS-Report

Winterhärte fehlt im Westen


Zu trocken, zu nass, zu warm oder zu kalt für die Jahreszeit: In Europa ist gerade alles drin. Größere Frostschäden sind zwar noch nicht aufgetreten, das Risiko wächst aber.

Derzeit sind die Winterkulturen in weiten Teilen Europas unterentwickelt, stellen die Pflanzenexperten des EU-Prognosedienstes MARS in ihrem Dezember-Bericht fest. Als Gründe nennen sie die verzögerte Aussaat und die weit verbreitete Trockenheit im Herbst. Weil es außerdem lange zu mild für die Jahreszeit war, ist auch die Winterhärte der im Herbst gesäten Kulturen nicht stark ausgeprägt.

MARS schränkt aber ein, dass in Osteuropa – vor allem auch in Russland – der Winterweizen eine größere Winterhärte aufweist als vor einem Jahr. Dennoch könnte es nach Einschätzung der Fachleute in den ersten Dezembertagen bei zweistelligen Frösten bis minus 16 °C regional in Zentralrumänien, der Ostslowakei, im Nordosten Ungarns sowie in Ostpolen einige Schäden gegeben haben. Auch in Russland deuten die MARS-Prognosen auf Auswinterungen im Wolgagebiet hin, weil es dort bereits Ende November stark abgekühlt war, ohne dass es Schneefälle gab.

Schwach entwickelte Kulturen frostgefährdet

Als heikel bezeichnet MARS die Situation in Westeuropa, wo die Kulturen ohnehin zu schwach entwickelt sind. Hier kann die verringerte Frosttoleranz durchaus problematisch werden, vor allem dann, wenn Minustemperaturen in Gebieten ohne Schneedecke auftreten. Bis Weihnachten besteht jedoch keine Gefahr. In Nordwesteuropa liegen die Temperaturen zurzeit einige Grade über dem langjährigen Durchschnitt.

Viel zu trocken bleibt es in Ostdeutschland sowie in Regionen weiter östlich und südöstlich (rot schraffierte Flächen). Zu nass (blau schraffierte Flächen) ist es dagegen ganz im Westen Europas. Ungewöhnlich warm ist es südlich der Alpen (gelbe Punkte), einen Kälteeinbruch (blau schraffiert) erlebt Europa im tiefen Osten.
Karte: MARS
Viel zu trocken bleibt es in Ostdeutschland sowie in Regionen weiter östlich und südöstlich (rot schraffierte Flächen). Zu nass (blau schraffierte Flächen) ist es dagegen ganz im Westen Europas. Ungewöhnlich warm ist es südlich der Alpen (gelbe Punkte), einen Kälteeinbruch (blau schraffiert) erlebt Europa im tiefen Osten.
Problematisch ist jedoch in Ost- und Nordosteuropa die Trockenheit. In Teilen Ostdeutschlands sowie im Süden Polens und Norden und Osten Tschechiens berichtet MARS für den Zeitraum 1. November bis 10. Dezember von Niederschlägen, die 80 Prozent unter dem langjährigen Durchschnitt lagen. Damit verschärft sich Niederschlagsdefizit in diesen Regionen weiter. Auch in Rumänien, der Nordukraine, der zentralen Balkanregion und dem zentralen Teil Europas war es im Spätherbst zu trocken. Reichlich Regen hatten dagegen der westliche Mittelmeerraum, Nordfrankreich, Großbritannien und Südskandinavien. Auch in Spanien sowie entlang der französischen Atlantikküste registriert MARS überdurchschnittliche Niederschläge.

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