Mercosur-Abkommen

Hogan wehrt sich gegen Falschmeldungen


Phil Hogan warnt vor Falschmeldungen und wirbt für das Abkommen.
Foto: EU
Phil Hogan warnt vor Falschmeldungen und wirbt für das Abkommen.

Auf den Agrarrat in Brüssel werden einige EU-Mitgliedstaaten gegen das Freihandelsabkommen mit den Südamerikanern protestieren. EU-Agrarkommissar Phil Hogan versucht vor dem Treffen, den Kritikern schon mal den Wind aus den Segeln zu nehmen.

Vor allem gegen die Rodungen von Urwald als Dauerkritikpunkt gegen den Mercosurabschluss wandte sich Hogan vor dem EU-Agrarministerrat in Brüssel. Die Rinder weideten überwiegend im Süden von Brasilien und nicht im Amazonasbecken. Rindfleischimporteure könnten deshalb kaum für die Rodung des Regenwaldes verantwortlich gemacht werden. Zudem werde sichergestellt, dass Lebensmittel aus den Mercosurländern die Standards der EU keinesfalls unterlaufen. Zum Beispiel könne die EU die Schachthöfe in Südamerika überprüfen, für den Export zulassen und „Fleischskandalen“ vorbeugen. Die Rindererzeuger in der EU seien in den Verhandlungen glimpflich davongekommen, betonte Hogan. 2004 waren in den Mercosurverhandlungen noch Einfuhren von 300.000 t Rindfleisch im Gespräch. Jetzt seien lediglich 99.000 t herausgekommen. Zudem liege die Verwaltung des Einfuhrkontingents in den Händen der EU. Zum ersten Mal wurden Notfallregelungen für Einfuhrkontingente für sensible Agrarprodukte vereinbart, beschwichtigte der EU-Agrarkommissar auch die besorgten Erzeuger von Zucker und Geflügelfleisch in der EU.

Sprunghalft ansteigende Importe könnten dadurch verhindert werden. Schließlich stünden im EU-Agrarhaushalt 1 Mrd. € zur Verfügung, um den EU-Agrarsektor bei der Konkurrenz gegen die Südamerikaner zu unterstützen. Minister und Landwirte sollten sich die Fakten des Abkommens genau betrachten und nicht Falschmeldungen erliegen, warnte Hogan. Auf dem Rat wollen die Agrarminister unter anderem von Irland, Frankreich, Polen und Belgien auf mögliche Schäden für den EU-Agrarsektor durch das Mercosurabkommen aufmerksam machen.

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