Mercosurverhandlungen

EU erhöht Rindfleischangebot

Die Verhandlungen mit den Mercosurländern kommen in die entscheidende Phase. Die EU unterbreitet den Südamerikanern ein neues Angebot für die Einfuhr von sensiblen Agrarerzeugnissen. Damit ist der Verhandlungsspielraum der EU weitgehend ausgeschöpft.

Bisher hatte die EU den Mercosurländern eine Einfuhrquote für 70.000 t Rindfleisch angeboten, zur Hälfte frisch, zur Hälfte gefroren. Jetzt soll die EU-Kommission ihr Angebot auf 99.000 t Rindfleisch erhöht haben. Die Südamerikaner müssen nun prüfen, ob sie damit einverstanden sind. Die EU machte auf ihre Schwierigkeiten mit dem Agrarsektor aufmerksam und signalisierte, dass sie kaum noch weiter gehen können. „Die Verhandlungen gehen voran", bestätigte EU-Vizekommissionspräsident Jyrki Katainen. Die schwierigsten Kapitel lägen jetzt auf den Tisch. Die noch relativ unerfahrenen Südamerikaner müssen sich der Bedeutung des Abkommens mit der EU klar werden, betonte Katainen.

Am Freitag sollen die Verhandlungen in Brüssel fortgesetzt werden. Das Angebot für Rindfleisch stößt vor allem in Irland auf Kritik, weil es zu hoch ist. Die Südamerikaner hatten dagegen bisher die Öffnung des EU-Marktes für 100.000 t Rindfleisch erwartet. Der Sprecher von EU-Agrarkommissar Phil Hogan erklärte, er wolle sich zu der Höhe des neuen EU-Angebotes nicht äußern, da es um laufende Verhandlungen ging. Allerdings versicherte der Sprecher, bei zukünftigen Fleischskandalen habe die EU weiterhin die Möglichkeit, die Rindfleischeinfuhren sofort zu stoppen.

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