Mehr als die Hälfte der Rohmilch in Deutschland besteht aus gentechnikfreier Milch. Der Anteil verdreifacht sich in den letzten zwei Jahren. Immer mehr Erzeuger steigen somit auf „klassische“ Milch um. Auch die Preise stiegen.

In Deutschland setzen die Milchbauern, die Molkereien und der Handel verstärkt auf gentechnikfreie Produktion. Der Anteil von GVO-frei erzeugter Rohmilch stieg zwischen 2016 und 2017 von 13 Prozent auf 40 Prozent, was einer Verdreifachung gleichkommt, und erhöhte sich bis Juni dieses Jahres weiter auf 52 Prozent. Rund 45 Prozent wurden konventionell erzeugt, die restlichen 3 Prozent entfielen auf Biomilch. Das meldete das Informationsportal aiz.info. In der Heimat des Portals Österreich habe man den Umstieg auf gentechnikfreie Produktion bereits vor Jahren vollzogen, fügte das Portal hinzu.

Die AMI veröffentlicht einmal jährlich ihren Milchpreisvergleich für Deutschland. In der konventionellen Schiene lag das Bundesmittel im vergangenen Jahr bei 36,05 Cent/kg. Das war gegenüber dem Vorjahr ein Plus von 9,2 Cent und damit der stärkste Anstieg bislang. Die Erholung am Milchmarkt kam auch jenen Betrieben zugute, die auf den Einsatz gentechnisch veränderter Futtermittel verzichteten. Ihr Preis stieg im Schnitt um 7,3 Cent auf 37,06 Cent/kg, damit erhielten auch sie deutlich mehr als im Jahr zuvor. Die Preise gelten für Milch mit 4,2 Prozent Fett und 3,4 Prozent Eiweiß sowie einer Jahresanlieferung von 500 t.

Im Schnitt waren die Erzeugerpreise für gentechnikfrei erzeugte Milch im vergangenen Jahr um 1 Cent höher als im konventionellen Bereich. Das ist zwar ein Mehrwert für die Milcherzeuger, aber nicht der wichtigste Grund für die rasant voranschreitende Umstellung auf diese Produktionsschiene. Ursächlich hierfür sind laut AMI zum einen die Forderungen des Handels, für den Gentechnikfreiheit ein wichtiges Kriterium ist. Zum anderen sind es auch erfassungs- und produktionstechnische Gründe, die immer mehr Molkereien dazu veranlassen, vollständig auf Milch ohne Gentechnik umzustellen. Damit steigt der Bedarf an Futtermitteln, die nicht gentechnisch verändert wurden.

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