Milchmarkt

AbL will Preisabsturz verhindern

Die Molkereien müssen jetzt die Milchmenge bremsen, bevor sich die Lage weiter zuspitzt. Das fordert die Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL). Insbesondere norddeutsche Molkereien seien nun am Zug.

Die Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL) fordert die Molkereien auf, jetzt konkrete Maßnahmen gegen den starken Anstieg der Milcherzeugung einzuleiten, um den von einigen Molkereivertretern bereits angekündigten neuerlichen Absturz der Milcherzeugerpreise zu verhindern. Die AbL reagiert mit ihren Forderungen auch auf die Äußerung des DMK-Chefs Ingo Müller, dass die Milchpreise für die Bauern im kommenden Jahr wieder deutlich fallen würden.

„Seit dem Sommer übersteigt die Milcherzeugung in Deutschland die Vorjahreswerte. In Norddeutschland werden mittlerweile sogar die fatalen Rekordmengen des Jahres 2015 überschritten. Wir müssen schleunigst auf die Bremse treten, sonst melken wir uns den derzeit noch relativ guten Milchpreis kaputt“, mahnt Ottmar Ilchmann, Milchsprecher der AbL und Milchbauer in Ostfriesland. In Niedersachsen liege die Milcherzeugung derzeit um 8 Prozent, in NRW um 7 Prozent über dem Vorjahreswert, teilt die AbL mit.

Die EU und das Bundeslandwirtschaftsministerium (BMEL) hätten es trotz der guten Erfahrungen mit Reduzierungsmaßnahmen vom Herbst 2016 versäumt, zeitlich befristete wirksame Kriseninstrumente einzuführen. Umso mehr seien jetzt die Molkereien gefordert. „Wir rufen besonders die norddeutschen Molkereien wie das Deutsche Milchkontor (DMK) auf, den Milcherzeugern, die ihre Erzeugung in den kommenden Monaten noch steigern, starke Preisabzüge für die Übermengen anzukündigen“, erläutert Ilchmann. Im Gegenzug solle ein befristeter Bonus für eine leichte Verringerung der einzelbetrieblichen Milchmenge eingeführt werden. Die größte niederländische Molkerei FrieslandCampina habe solche Maßnahmen für Anfang 2018 schon beschlossen, sollte die Menge weiter steigen. "Unsere Molkereien sollten diesem Beispiel folgen", so Ilchmann.

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